Im Bezirk Steglitz-Zehlendorf stehen die Wahlen am 20. September vor der Tür, bei denen das Abgeordnetenhaus und die Bezirksverordnetenversammlungen in Berlin neu gewählt werden. Diese Wahlen sind von entscheidender Bedeutung, da die Sitzverteilung in den Bezirksparlamenten direkt über die Wahl des neuen Bezirksbürgermeisters entscheidet. In Steglitz-Zehlendorf sind dafür drei Kandidierende nominiert: Carolina Böhm (SPD), Tim Richter (CDU) und Urban Aykal (Grüne). Besonders spannend wird die Wahl, da die Amtsinhaberin Maren Schellenberg (Grüne) nicht wieder antritt.
Carolina Böhm könnte die erste sozialdemokratische Bezirksbürgermeisterin seit 2000 werden. Der letzte SPD-Bürgermeister in Steglitz war Heinz Hoefer, der von 1965 bis 1971 im Amt war. Der Kandidaten-Talk, der am 11. Februar um 16 Uhr im Bali-Kino am Teltower Damm 33 in Berlin stattfindet, bietet Bürgerinnen und Bürgern die Möglichkeit, ihre Fragen an die Kandidierenden zu stellen. Moderiert wird die Veranstaltung von Christian Küttner (ZIM) und Boris Buchholz (Tagesspiegel).
Kandidierende und ihre Projekte
Die drei Kandidierenden haben verschiedene Projekte im Visier, die sie während ihrer Amtszeit umsetzen möchten. Carolina Böhm plant den Neubau des Rathauses, eine verkehrsberuhigte Martin-Buber-Straße und ein Café im neuen Rathaus. Urban Aykal setzt auf die Umgestaltungen des Hermann-Ehlers-Platzes, des Zehlendorfer Zentrums und des Kranoldplatzes, um diese Plätze zu Kulturzentren zu entwickeln. Tim Richter hingegen möchte das bezirkliche Zusammenleben verbessern und legt den Fokus auf eine funktionierende Infrastruktur, insbesondere bei Baustellen, Busverkehr und Schulen.
Interessanterweise hat Tim Richter (CDU) gute Chancen auf das Amt, da die CDU in den letzten 50 Jahren im Südwesten Berlins die meisten Stimmen erhalten hat. Die Wahlbeteiligung in diesem Wahlkreis betrug zuletzt 84,7%, was einen Anstieg von 5,7 Prozentpunkten im Vergleich zur letzten Bundestagswahl bedeutet. Die Zweitstimmenverteilung zeigt, dass die CDU mit 26,8% die meisten Stimmen erhielt, gefolgt von den Grünen mit 19,8% und der SPD mit 18,2% – ein Rückgang von 5,8% im Vergleich zu vorherigen Wahlen.
Soziodemografische Daten und Trends
Die soziodemografischen Daten für den Wahlkreis Berlin-Steglitz-Zehlendorf sind ebenfalls aufschlussreich. Die Einwohnerdichte liegt bei 3.110 Einwohnern pro km², wobei das Nettoeinkommen pro Person bei 22.658 € liegt, was etwas unter dem Bundesschnitt von 24.415 € liegt. Der Anteil der 60-Jährigen und älteren liegt bei 25,1%, was zeigt, dass der Bezirk eine alternde Bevölkerung hat. Zudem liegt der Ausländeranteil bei 21,1%, was im Vergleich zum Bund mit 14,5% recht hoch ist.
Die bevorstehenden Wahlen sind nicht nur für die Kandidierenden und ihre Parteien von Bedeutung, sondern auch für die Bürgerinnen und Bürger, die aktiv an der Gestaltung ihres Wohnumfeldes mitwirken können. Durch die Möglichkeit, Fragen im Kandidaten-Talk zu stellen, wird das politische Engagement der Bevölkerung gefördert und die Transparenz im Wahlprozess erhöht.
Für die Kommunalwahlen in Berlin ist es spannend zu beobachten, wie sich die Sitzverteilung und die Wählergunst entwickeln. Bei der Abgeordnetenhauswahl 2023 lag die SPD bei 18,7%, die CDU bei 27,7% und die Grünen bei 19,5%. Im Vergleich zu den Wahlen 2021 hat die CDU einen Zuwachs von 10,2% erzielt, während die SPD einen Verlust von 3,0% hinnehmen musste. Diese Trends könnten auch Auswirkungen auf die bevorstehenden Wahlen im Bezirk Steglitz-Zehlendorf haben.
Die Bürgerinnen und Bürger haben die Wahl und können aktiv Einfluss auf die politische Landschaft in ihrem Bezirk nehmen. Die bevorstehenden Wahlen am 20. September sind daher ein wichtiger Schritt in Richtung einer aktiven und engagierten Bürgergesellschaft.