In Berlin sind die Winter oft hart, doch der Januar 2026 hat sich als besonders bitter erwiesen. Mit Temperaturen um die -10 °C ist dieser Monat der kälteste seit 16 Jahren. Die Gefahren für obdachlose Menschen sind damit enorm gestiegen. Besonders alarmierend ist, dass Alkoholkonsum das Kälteempfinden trübt und somit das Risiko für Erfrierungen erhöht. In dieser kritischen Situation leistet das Deutsche Rote Kreuz (DRK) in Steglitz-Zehlendorf Soforthilfe mit einem speziellen Obdachbus und Streetwork. Helfer verteilen sogenannte „Zaubertäschchen“, die wichtige Wärmeartikel enthalten, um den Betroffenen beizustehen.
Tanja Albroscheit vom DRK hebt hervor, wie wichtig die Präsenz vor Ort ist. Viele obdachlose Menschen, insbesondere Alkoholiker, sind sich der Gefahr, in der sie sich befinden, oft nicht bewusst. Passanten werden gebeten, im Ernstfall zuerst das Gespräch mit den Betroffenen zu suchen, bevor sie weitere Maßnahmen ergreifen. Um diese wertvolle Hilfe fortzuführen, sind Geld- und Sachspenden, wie Schlafsäcke und feste Winterschuhe, von großer Bedeutung. Weitere Informationen zu dieser Hilfsaktion sind in einem Artikel auf Radioeins nachzulesen.
Die Rolle des DRK und der Kältehilfe
Das Team des Berliner Roten Kreuzes setzt sich aus engagierten ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern sowie Fachkräften mit sozialpädagogischer Erfahrung zusammen. Der DRK-Wärmebus fährt gezielt Orte an, an denen sich regelmäßig obdachlose Menschen aufhalten. Ab dem 1. November ist dieser Wärmebus täglich ab 18 Uhr unter der Telefonnummer 030 600 300 1010 erreichbar, um Meldungen über hilfsbedürftige Personen entgegenzunehmen. Im vergangenen Winter gab es bereits 25 Prozent mehr Kontakte zu obdachlosen Menschen im Vergleich zum Vorjahr. Insgesamt verzeichnete das DRK 3.374 Kontakte, bei denen Heißgetränke, warme Kleidung, Schlafsäcke oder Isomatten ausgegeben wurden. 573 Menschen, darunter 149 Frauen, konnten in Notunterkünfte gebracht werden.
Gudrun Sturm, die Landesgeschäftsführerin des Berliner Roten Kreuzes, betont die Bedeutung der Obdachlosenhilfe und das Engagement der Helfer. Zur Unterstützung des Wärmebus-Teams in der Kältehilfe-Saison 2025/2026 werden auch Honorarkräfte mit sozialpädagogischen Kenntnissen eingestellt. Interessierte können sich per E-Mail an waermebus[at]drk-berlin.de wenden, um sich zu engagieren oder zu spenden. Spenden zur Unterstützung des DRK-Wärmebusses können an den DRK Landesverband Berliner Rotes Kreuz e. V. auf das Konto bei der Bank für Sozialwirtschaft (IBAN: DE89 3702 0500 0003 2490 00) mit dem Stichwort „Kältehilfe“ überwiesen werden. Weitere Details hierzu finden sich in einer Pressemitteilung des DRK auf drk-berlin.de.
Berliner Kältehilfe im Überblick
Die Berliner Kältehilfe bietet obdachlosen Menschen während der kalten Jahreszeit unbürokratische Übernachtungsmöglichkeiten. Die Kältehilfesaison dauert von Oktober bis April und wurde 1989 von Berliner Kirchengemeinden, Wohlfahrtsverbänden und der Senatsverwaltung für Soziales ins Leben gerufen. Zahlreiche Kirchengemeinden, Vereine und Initiativen beteiligen sich an dieser wichtigen Arbeit mit Angeboten wie Notübernachtungen, Nachtcafés, Suppenküchen und Treffpunkten. Ziel ist es, zu verhindern, dass obdachlose Menschen in Berlin erfrieren. Die Angebote der Kältehilfe können anonym genutzt werden und werden durch Zuwendungen des Landes Berlin sowie Spenden finanziert.
Die Koordinierungsstelle der Berliner Kältehilfe plant und entwickelt Standorte und koordiniert die Angebote im Auftrag der Senatsverwaltung für Soziales. Sie sammelt Informationen zu den Angeboten der Kältehilfe und der niedrigschwelligen Wohnungsnotfallhilfe. Aktuelle Informationen sind auf der Website der Berliner Kältehilfe, in einem mehrsprachigen Kältehilfewegweiser und in der Kältehilfe-App zu finden. Zudem erfasst das Kältehilfetelefon täglich die Belegung und Auslastung der verfügbaren Schlafplätze in Notübernachtungen und Nachtcafés während der Kältehilfesaison. Weitere Informationen hierzu sind auf der offiziellen Seite der Senatsverwaltung für Soziales zu finden unter berlin.de.