Neues Wehrdienstgesetz: So will die Bundeswehr junge Rekruten gewinnen!

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Die Bundesregierung beschließt ein neues Wehrdienstgesetz zur Rekrutierung von Soldaten in Berlin und Brandenburg. Freiwilligkeit steht im Fokus.

Die Bundesregierung beschließt ein neues Wehrdienstgesetz zur Rekrutierung von Soldaten in Berlin und Brandenburg. Freiwilligkeit steht im Fokus.
Die Bundesregierung beschließt ein neues Wehrdienstgesetz zur Rekrutierung von Soldaten in Berlin und Brandenburg. Freiwilligkeit steht im Fokus.

Neues Wehrdienstgesetz: So will die Bundeswehr junge Rekruten gewinnen!

Am 27. August 2025 hat die Bundesregierung ein neues Wehrdienstgesetz beschlossen, um die Bundeswehr von mehr Soldatinnen und Soldaten zu stärken. Dies geschah während einer Sitzung im Verteidigungsministerium, die die erste Kabinettssitzung dort seit 1992 war, wobei US-General Alexus Grynkewich zu Gast war. In dem Gesetz wird jedoch keine Rückkehr zur Wehrpflicht angekündigt, auch wenn Verteidigungsminister Boris Pistorius die Grundvoraussetzungen für eine mögliche Aktivierung formuliert hat. Laut rbb24 wird ab dem kommenden Jahr eine Wehrerfassung junger Männer eingeführt, um ihr Interesse am Dienst in der Bundeswehr abzufragen. Für Frauen bleibt das Ausfüllen des Fragebogens freiwillig.

Das Gesetzentwurf enthält auch einen Plan, geeignete Kandidaten zur Musterung einzuladen. Ab 2027 soll zudem eine verpflichtende Musterung für alle jungen Männer eingeführt werden. Der Bundestag muss über dieses Gesetz sowie über die Aktivierung der Wehrpflicht entscheiden. Dies steht im Kontext, da die Bundeswehr dringend etwa 80.000 zusätzliche aktive Soldaten benötigt, um die NATO-Anforderungen von 260.000 Truppen zu erfüllen. Tagesschau berichtet, dass Ziel des neuen Wehrdienstes ist, Wehrdienstleistende in Reservisten umzuwandeln, wobei jährlich bis zu 5.000 Soldaten gewonnen werden sollen.

Rekrutierung und finanzielle Anreize

Im Zuge des neuen Gesetzes soll der Wehrdienst für junge Menschen im Alter von 18 bis 25 Jahren attraktiver gestaltet werden. Der Sold soll auf über 2.000 Euro netto pro Monat steigen. Im vergangenen Jahr konnte die Bundeswehr in Brandenburg 692 freiwillige Soldaten rekrutieren, was einen leichten Anstieg im Vergleich zu 2023 darstellt, als es 667 waren. In Berlin meldeten sich 524 Freiwillige, was ebenfalls eine Steigerung im Vergleich zu den 507 im Jahr zuvor darstellt. Dennoch bleibt die Situation angespannt, da die Personalentwicklung bei Zeit- und Berufssoldaten stagniert.

Die Kritik am neuen Gesetz ist nicht zu übersehen. Die CDU plädiert für eine allgemeine Dienstpflicht, während die Brandenburgische Linke eine „Wehrpflicht durch die Hintertür“ befürchtet. André Wüstner, Vorsitzender des Bundeswehrverbands, äußerte Bedenken hinsichtlich der Freiwilligkeit des Angebots und forderte eine verstärkte Vorbereitung auf die Wehrpflicht. Laut Süddeutsche könnte Dänemark als Vorbild für den neuen Wehrdienst dienen, um mehr Soldaten zu gewinnen und die militärische Abschreckung angesichts geopolitischer Spannungen zu stärken.

Insgesamt zeigt der neue Ansatz der Bundesregierung, dass die Wehrhaftigkeit und der Schutz des Landes in Zeiten internationaler Unsicherheit höchste Priorität haben. Die Debatte um die Notwendigkeit dieser Reformen wird sicher weiterhin im politischen Raum geführt werden.