Das Museum für Naturkunde in Berlin, das größte Naturkundemuseum Deutschlands, steht vor einer umfassenden Transformation. Der Umbau des Hauptgebäudes an der Invalidenstraße ist dringend notwendig, um den Sanierungsstau, der durch jahrzehntelange Vernachlässigung entstanden ist, zu beheben. Bis 2035 wird das Hauptgebäude grundlegend erneuert, während bereits jetzt neue Ausweich- und Ergänzungsflächen im Technologiepark Adlershof geschaffen werden. Diese strategische Entscheidung wurde getroffen, um der Platznot an der Invalidenstraße, wo die Sammlung und der Besucherbetrieb an räumliche Grenzen stoßen, entgegenzuwirken. Weniger als 30 Millionen Objekte befinden sich im Museum, wobei ein Großteil der Sammlungen im Hintergrund bleibt.
Die Fertigstellung des neuen Standorts in Adlershof ist bis 2029 geplant. Dort entsteht ein Neubau mit 19.000 Quadratmetern für Labore, Büros und die Sammlung. Die Projektkosten für Adlershof betragen etwa 113 Millionen Euro. Das Generalplanungsbüro agn hat bereits den Zuschlag für die Planung und Entwicklung erhalten. Ein dreigeschossiger Bau ist vorgesehen, der in der Lage sein wird, auch schwerlastfähige Sammlungsobjekte aufzunehmen. Der Baubeginn in Adlershof ist für Ende 2026 angesetzt, und der Umzug der Sammlungsbestände wird in etwa 500 Lkw-Ladungen erfolgen. Dies umfasst den Transport schwerer Fossilien, fragiler Mineralien und Millionen von Insektenpräparaten. Die Vorarbeiten haben bereits begonnen: Die Bestände werden konservatorisch gesichert und digital erfasst. Diese Maßnahmen sind ein Schritt zur Förderung der wissenschaftlichen Vernetzung und zur Schaffung kurzer Wege zu Forschungseinrichtungen.
Die Geschichte des Museums
Das Museum für Naturkunde, das am 2. Dezember 1889 eröffnet wurde, hat eine bewegte Geschichte hinter sich. Ursprünglich Teil der Humboldt-Universität zu Berlin, wurde es am 1. Januar 2009 zur Stiftung des öffentlichen Rechts. Mit über 30 Millionen Objekten, darunter das berühmte Skelett des Giraffatitans brancai, ist es ein bedeutendes Forschungs- und Bildungseinrichtung. Jährlich besuchen etwa 1,2 Millionen Menschen das Museum, das sich als integriertes Forschungsmuseum mit einem klaren Fokus auf Sammeln, Forschen und Vermitteln versteht.
Der Ostflügel des Museums wurde im Zweiten Weltkrieg stark beschädigt, doch schon am 16. September 1945 wurde es als erstes Berliner Museum nach dem Krieg wiedereröffnet. In den letzten Jahren hat das Museum mehrere Umgestaltungen durchlaufen, um den Besucherinnen und Besuchern neue, spannende Ausstellungen zu bieten. Im Dezember 2022 startete ein internationaler Architektenwettbewerb zur Instandsetzung und Erweiterung des Museums, der Teil eines größeren Zukunftsplans ist. Dieser soll das Museum ins 21. Jahrhundert überführen und die Sammlungsobjekte digital erschließen und modern präsentieren.
Der Zukunftsplan
Im Rahmen des Zukunftsplans wird das Museum baulich saniert, und es entstehen neue Ausstellungen. Vom 11. Juni 2024 bis Ende Juni 2027 werden verschiedene Installationen im Museum zu sehen sein. Besucherinnen und Besucher haben die Möglichkeit, den Siegerentwurf des Architekturwettbewerbs sowie die Pläne für den Sammlungsneubau in Adlershof einzusehen. Der Zukunftsplan zielt darauf ab, die Sammlungen, die oftmals unter unzureichenden Bedingungen in historischen Schränken lagern, zu konservieren, zu überprüfen und in moderne Aufbewahrungssysteme zu überführen.
Zusätzlich werden durch die Digitalisierung der Sammlung neue Zugänge und Vernetzungen von Wissen geschaffen. Die Themen Klimawandel, Artenschutz, Globalisierung und Digitalisierung stehen im Fokus der neuen Bildungsangebote und Sonderausstellungen. Informationen über Mitwirkungsmöglichkeiten werden auf den Social-Media-Kanälen des Museums bereitgestellt. Eine YouTube-Serie namens „Museums-Evolution“ gewährt Einblicke in die Bauarbeiten, die Digitalisierung und die Schaffung neuer Ausstellungen.
Wie wichtig diese Entwicklungen sind, zeigt sich nicht nur in der Anzahl der Sammlungsobjekte, die mit über 30 Millionen beeindruckend ist, sondern auch in den Herausforderungen, die das Museum bewältigen muss. Der Fortschritt in Adlershof ist entscheidend für die Sanierung des denkmalgeschützten Hauptgebäudes in Mitte, das erst nach Abschluss der Arbeiten in Adlershof umfassend umgestaltet werden kann. Der geplante offene Eingangsbereich im Sauriersaal wird einen einladenden Zugang zum Museum bieten und die Besucherinnen und Besucher in die faszinierende Welt der Naturkunde entführen.
Für weitere Informationen zu diesem spannenden Thema besuchen Sie bitte die Quelle oder die Wikipedia-Seite des Museums. Auch die offizielle Website des Museums bietet umfassende Informationen über die aktuellen Entwicklungen und Pläne.

