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Neue Abgasmessungen enthüllen höhere Stickoxidemissionen durch HVO100 in Mercedes E-Klasse Diesel

Umstrittener Kraftstoff HVO100: Deutsche Umwelthilfe entdeckt erhöhte Stickoxidemissionen bei weiterem Diesel-Pkw

In einer aktuellen Untersuchung hat das Emissions-Kontroll-Institut (EKI) der Deutschen Umwelthilfe (DUH) festgestellt, dass der kontrovers diskutierte Dieselkraftstoff HVO100 auch bei einer Mercedes E-Klasse Diesel mit der Abgasstufe Euro 5 zu deutlich erhöhten Stickoxidemissionen (NOx) führt. Die Messungen widerlegen erneut die Behauptung des Verkehrsministers, dass HVO100 die lokale Umweltbelastung reduzieren könne. Dies sorgt für weitere Kritik an Minister Volker Wissing.

Die Untersuchungen des Emissions-Kontroll-Instituts zeigen, dass der Einsatz von HVO100 zu 17 Prozent höheren NOx-Emissionen im Vergleich zur Verwendung herkömmlichen Dieselkraftstoffs führt. Dies wurde bei Vergleichsmessungen an einem VW Touareg Euro 5 und einem Mercedes E 220 CDI festgestellt. Der Euro-5-Diesel-Pkw emittiert somit das 3,4-fache des erlaubten Grenzwertes von 180 mg NOx/km.

Die Deutsche Umwelthilfe kritisiert die Zusammenarbeit des Verkehrsministers mit der Ölwirtschaft und spricht von einem Lobbyskandal. Besonders schockierend ist für die Umweltorganisation, dass das Ministerium bereits im Jahr 2023 in eigenen Forschungsprojekten erhöhte Stickoxid- und Feinstaubemissionen festgestellt hat, diese Ergebnisse jedoch unter Verschluss hält.

Der Geschäftsführer der Deutschen Umwelthilfe, Jürgen Resch, betont die Notwendigkeit einer wirksamen Lösung, um die Schadstoffbelastung in deutschen Städten zu reduzieren. Neben der Hardware-Nachrüstung von Dieselfahrzeugen fordert er Minister Wissing auf, eine echte Mobilitätswende voranzutreiben.

Auch Axel Friedrich, Leiter des Emissions-Kontroll-Instituts der DUH, bestätigt die erhöhten Stickoxidemissionen durch den Einsatz von HVO100 und weist die Behauptung des Ministeriums zurück, dass das Messverfahren der DUH keine „reproduzierbaren Messergebnisse“ liefern würde.

Zusätzlich zu den gesundheitsschädlichen Auswirkungen stellt die Verwendung von HVO100 auch massive Importabhängigkeiten und Betrugsrisiken dar. 99,9 Prozent der Ausgangsstoffe für HVO100 werden aus Asien importiert, wobei es sich wahrscheinlich um umdeklariertes Palmöl handelt.

Die neuen Messergebnisse der Deutschen Umwelthilfe werfen erneut ein negatives Licht auf den umstrittenen Dieselkraftstoff HVO100 und liefern weitere Argumente für eine echte Veränderung der Verkehrspolitik zur Reduzierung der Umweltbelastung in deutschen Städten.

Link: Messbericht und Factsheet zu HVO

NAG Redaktion

Versierte Journalisten mit einer starken Affinität für Wirtschaftsthemen. Arbeiteten seit mehr als einem Jahrzehnt in den Medien. Haben für verschiedene große Tageszeitungen und Online-Plattformen geschrieben und sind bekannt für tiefgründige Analysen und klare Darstellungen komplexer Sachverhalte.

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