In der pulsierenden Welt der Architektur und des Städtebaus hat der Einfluss von Hermann Henselmann bis heute nichts von seiner Strahlkraft eingebüßt. Am 5. März 2025 jährt sich sein 120. Geburtstag, ein Anlass, um über sein Lebenswerk und die kulturellen Hinterlassenschaften nachzudenken, die er in der DDR und darüber hinaus hinterlassen hat.

In diesem Kontext lädt die Stadtbibliothek Marzahn-Hellersdorf zu einem besonderen Gespräch ein: Florentine Anders, die Enkelin Henselmanns, wird mit der Journalistin und Moderatorin Danuta Schmidt über das biografische Buch „Die Allee“ sprechen. Diese Veranstaltung findet am 5. Februar 2026 um 20:00 Uhr statt, Einlass ist bereits ab 19:30 Uhr. Die Anmeldung erfolgt telefonisch unter (030) 54 704 142 oder per E-Mail. Der Eintritt ist frei, jedoch wird um eine Spende an den Förderverein Stadtbibliothek Marzahn-Hellersdorf e.V. zur Mitfinanzierung der Veranstaltungen gebeten. Bei einigen Veranstaltungen werden Fotos und/oder Videos erstellt, die veröffentlicht werden können.

Das Erbe von Hermann Henselmann

Hermann Henselmann wurde am 3. Februar 1905 in Roßla geboren und verstarb am 19. Januar 1995 in Berlin. Als Chefarchitekt des Ost-Berliner Magistrats prägte er die Architektur und den Städtebau der DDR in den 1950er und 1960er Jahren. Zu seinen bekanntesten Werken zählen das Hochhaus an der Weberwiese, die Stalinallee (heute Karl-Marx-Allee) sowie der Fernsehturm, dessen ikonische Kugelform auf seinen Entwurf zurückgeht. Henselmann setzte bei seinen Bauprojekten oft auf sozialistisch-klassizistische Stilelemente und modernistische Ansätze, was ihn zu einer Schlüsselfigur in der Architekturgeschichte der DDR machte.

Besonders die Karl-Marx-Allee, die ursprünglich als Stalinallee bekannt war, ist ein beeindruckendes Zeugnis seiner Arbeit. Die Allee umfasst ein Bauensemble von 2,3 Kilometern Länge und 90 Metern Breite, das als „Arbeiterpaläste“ mit Komfort konzipiert wurde. Henselmann entwarf die Türme am Frankfurter Tor, die durch ihre markante Kuppel auffallen, und war maßgeblich an der Gestaltung der Umgebung beteiligt. Diese Gebäude sollten nicht nur Wohnraum bieten, sondern auch Lebensqualität und Annehmlichkeiten wie Fahrstühle und Bäder integrieren.

Von der Biografie zur literarischen Auseinandersetzung

Florentine Anders hat mit ihrem Debütroman „Die Allee“ einen literarischen Brückenschlag zwischen Vergangenheit und Gegenwart geschaffen. Ihr Gespräch mit Danuta Schmidt wird sich nicht nur um das biografische Werk drehen, sondern auch um das kulturelle Erbe, das Hermann Henselmann hinterlassen hat. Anders, die in Leipzig und Paris studierte und als Redakteurin beim Studio ZX tätig ist, bringt eine einzigartige Perspektive in die Diskussion ein. Ihre Rolle als Vorstandsmitglied der Hermann-Henselmann-Stiftung unterstreicht ihr Engagement für die Bewahrung und Förderung des architektonischen Erbes.

Danuta Schmidt, die das Diskussionsformat „SonntagsLese“ entwickelt hat, hat eine spannende Karriere vorzuweisen. Nach einem Wechsel ins Architektur-Fach und einer journalistischen Laufbahn bei verschiedenen Medien hat sie sich seit 2010 als freischaffende Journalistin etabliert. Ihr Interesse an Architektur und der Stadtentwicklung fließt in die Moderation des Gesprächs ein und wird den Zuhörern einen tiefen Einblick in das Werk und die Philosophie Henselmanns vermitteln.

Ein Blick in die Zukunft

Die Veranstaltung ist nicht nur eine Hommage an Hermann Henselmann, sondern auch ein Aufruf, sich mit den architektonischen und städtebaulichen Fragen unserer Zeit auseinanderzusetzen. Henselmanns Ansatz, der sowohl auf sozialistischen Idealen als auch auf modernen Architekturprinzipien basierte, bleibt relevant, während wir darüber nachdenken, wie wir in unseren Städten leben wollen. Ob als Denkmäler der DDR-Moderne oder als Inspiration für zukünftige Bauprojekte – sein Erbe hat die Möglichkeit, weiterhin die Diskussion über Architektur und Stadtplanung zu prägen.

Wir laden alle Interessierten ein, an dieser spannenden Veranstaltung teilzunehmen und mehr über das Leben und Werk eines der bedeutendsten Architekten der DDR zu erfahren. Weitere Informationen finden Sie auf der Webseite der Stadtbibliothek Marzahn-Hellersdorf: hier.