Am Mittwoch, dem 11. Februar 2026, lädt die Stadtteilbibliothek „Heinrich von Kleist“ in Marzahn-Hellersdorf zu einer spannenden Veranstaltung unter dem Titel „LIVE BEI KLEIST“ ein. Ab 18:00 Uhr werden die Journalistin Ira Peter und der Autor Mihail Groys über das Thema „Zwischen Herkunft und Heimat“ sprechen. Beide Gäste lesen aus ihren aktuellen Werken, die die russlanddeutsche und jüdisch-ukrainische Perspektive auf das Leben in Deutschland beleuchten.

Die Veranstaltung wird sich mit den vielfältigen Erfahrungen von Identität und Migration auseinandersetzen. Ira Peter und Mihail Groys reflektieren ihre Kindheit als Teil der postsowjetischen Einwanderung und werfen einen kritischen Blick auf Begriffe wie Zugehörigkeit und Ausgrenzung in der heutigen Gesellschaft. Themen wie Sprache, Religion, Rassismus und Antisemitismus werden ebenfalls behandelt, ebenso wie die Rolle von Humor als Überlebensstrategie.

Hintergrund und Identitätskonflikte

Die Identität und die Identifikationen von Russlanddeutschen sind seit der massenhaften Migration in die Bundesrepublik Deutschland Ende der 1980er Jahre ein zentrales Forschungsthema. Viele Russlanddeutsche erleben einen Identitätskonflikt, der oft in dem Satz zusammengefasst wird: „Dort waren wir die Deutschen, hier sind wir die Russen“ (bpb.de). In der Sowjetunion war das „Deutschsein“ durch ein gemeinsames Schicksal als Opferkollektiv und institutionalisierte Ethnizität geprägt. Die Deportation der Wolgadeutschen 1941 stellt einen zentralen Erinnerungsort dar, der die Verfolgung und die damit verbundene Identitätsfindung bis heute beeinflusst.

Die Heterogenität der Russlanddeutschen in Deutschland zeigt sich in verschiedenen Identifikationen. Eine Studie identifizierte drei Typen von Identifikationen bei Spätaussiedlern: die „echten Deutschen“, die vor 1988 nach Deutschland kamen und sprachlich assimiliert sind; die „Russlanddeutschen“, die bikulturell sind und die russische Sprache bewahren; sowie die „Russaki“, die häufig Schwierigkeiten mit ihrer Identität haben und sozial isoliert sind. Auch die zweite Generation von Russlanddeutschen zeigt oft eine andere Identifikation und fühlt sich eher als „deutsch“ oder „russisch“ (bpb.de).

Einladung zur Diskussion

Die Veranstaltung „LIVE BEI KLEIST“ bietet nicht nur die Möglichkeit, mehr über diese Themen zu erfahren, sondern auch aktiv an der Diskussion teilzunehmen. Es werden Fragen aufgeworfen, die das moderne Verständnis von Deutschsein betreffen und die Rolle der Identität in einer postmigrantischen Gesellschaft beleuchten. Anmeldungen sind telefonisch unter 030 933 9380 möglich, der Eintritt ist frei, jedoch werden Spenden vom Förderverein der Stadtbibliothek Marzahn-Hellersdorf e.V. entgegengenommen. Bitte beachten Sie auch, dass während der Veranstaltung Foto- und Videoaufnahmen gemacht werden, die auf der bezirklichen Webseite und in sozialen Medien veröffentlicht werden könnten.

Für weitere Informationen zu den komplexen Themen rund um Russlanddeutsche und ihre Identität in Deutschland können Sie einen Blick auf riffreporter.de werfen.