In Berlin kämpfen die Anwohner seit mehreren Wochen mit frostigen Temperaturen, die zu einer gefährlichen Glatteisbildung auf Gehwegen führen. Die Bezirke äußern sich zunehmend kritisch über die Situation, denn viele Gehwege sind mittlerweile spiegelglatt. Dies hat zur Folge, dass das Unfallkrankenhaus täglich volle Betten verzeichnet, da immer mehr Menschen durch Stürze verletzt werden. Die Eigentümer von Grundstücken und die zuständigen Streudienste sind mit der Räumung der Gehwege bei winterlichen Bedingungen überfordert. Das Ordnungsamt sieht sich zudem mit dem Problem konfrontiert, dass nicht genügend Personal vorhanden ist, um die Glätte flächendeckend zu kontrollieren. Allerdings können Meldungen über glatte Stellen aus der Bevölkerung schnell bearbeitet werden. Der Bezirk Neukölln zeigt sich proaktiv und prüft die Räumungspflicht, während die Mitarbeiter der Parkraumbewirtschaftung die Maßnahmen unterstützen.
Am 29. Januar wurden in Berlin 143 Verstöße festgestellt, was zur Fertigung von 30 Anzeigen führte. In sechs Fällen wurden Gefahrenstellen durch eine „Ersatzvornahme“ entfernt, wobei der Bezirk die Kosten dafür übernimmt. In den darauffolgenden Tagen kamen 42 weitere Anzeigen hinzu, und zusätzliche Reinigungen wurden auf Kosten der Anlieger durchgeführt. Der Bezirk vermeldet einen großen Stapel an Hinweisen zu glatten Gehwegen, die dringend bearbeitet werden müssen (Quelle).
Maßnahmen der Bezirke
Am 2. Februar 2026 hat der Bezirk Mitte zusätzliche Maßnahmen zur Beseitigung von Eis auf Gehwegen eingeleitet. Bezirksstadtrat Christopher Schriner betont die Dringlichkeit der Situation und gibt bekannt, dass über 100 Beschäftigte des Straßen- und Grünflächenamts sowie des Ordnungsamts im Einsatz sind. Rund 20 Fahrzeuge werden mobilisiert, um stark frequentierte Bereiche wie Schulwege und ÖPNV-Knotenpunkte sowie besondere Gefahrenstellen wie Steigungen und Brückenrampen zu räumen. Die Senatsverwaltung hat dem Bezirk Mitte zudem etwa neun Tonnen Streugut zur Verfügung gestellt, wobei dies aufgrund hoher Nachfrage nicht ausreicht, um alle glatten Stellen zu beseitigen. Die Maßnahmen erfolgen im Rahmen einer Ersatzvornahme, die das Ergebnis einer bezirksübergreifenden Abstimmung zwischen verschiedenen Behörden ist (Quelle).
Verkehrssicherheit und Winterdienst
Die aktuellen Glatteisprobleme sind nicht nur ein Ärgernis für Fußgänger. Auch die Verkehrssicherheit spielt eine entscheidende Rolle. Geräumte und gestreute Flächen senken das Unfallrisiko für alle Verkehrsteilnehmenden erheblich. Glatteis entsteht typischerweise bei gefrierendem Regen, überfrierender Nässe oder feuchten Fahrbahnen bei fallenden Temperaturen. Besonders gefährdete Stellen sind Brücken, Schattenlagen und wenig befahrene Straßen. Jährlich kommt es in Deutschland zu mehreren tausend Glatteisunfällen, die häufig auf unangepasste Geschwindigkeit und Fehleinschätzungen der Fahrbahnverhältnisse zurückzuführen sind. Der öffentliche Winterdienst ist auf verschiedenen Ebenen organisiert, wobei innerorts Straßenreinigungssatzungen und Winterdienstsatzungen gelten. Gemeinden sind verpflichtet, Straßen und Wege so zu unterhalten, dass keine vermeidbaren Gefahren für Fußgänger, Radfahrer und Autofahrer entstehen. Bei unzureichender Räumung drohen Haftungsansprüche (Quelle).
Die aktuellen Herausforderungen in Berlin verdeutlichen, wie wichtig ein effektiver Winterdienst ist, um die Sicherheit aller Verkehrsteilnehmenden zu gewährleisten. Bleiben wir also wachsam und vorsichtig auf den eisigen Straßen der Hauptstadt!