Christoph Hein ist ein Name, der in der deutschen Literaturszene und darüber hinaus immer wieder auftaucht. Der Autor lebt in der Nähe der Havel, einem Fluss, der in die Elbe mündet, und hat jüngst ein neues Buch mit dem Titel „Das Havelberger Konzert“ veröffentlicht. In diesem Werk widmet sich Hein dem Leben und Wirken von Johann Sebastian Bach, dem für ihn wichtigsten Komponisten, den er über andere Größen wie Mozart stellt. Musik spielt eine zentrale Rolle in Heins Leben; er besitzt Hunderte von CDs und lässt keinen Zweifel daran, dass Bach für ihn eine besondere Bedeutung hat.

In „Das Havelberger Konzert“ erzählt Hein von unerhörten Begebenheiten aus Bachs Leben, die zwischen 1705 und 1750, dem Todesjahr des Komponisten, spielen. Eine der Novellen behandelt einen Vorfall an der Jenaer Universität, bei dem ein Student während einer Vorlesung erbricht und bewusstlos wird. Diese Geschichten sind nicht nur unterhaltsam, sondern zeigen auch die menschliche Seite Bachs, der trotz seines Genies oft unter Geldnot litt und häufig in Schwierigkeiten geriet, sei es durch Auseinandersetzungen mit Schülern oder durch seine aufmüpfige Art gegenüber den Regenten.

Heins Verbindung zu Bach

Das Buch entstand anlässlich des Leipziger Bach-Festes 2025 und in Kooperation mit dem Literaturhaus Leipzig. Hein, der zuvor bereits den Roman „Das Narrenschiff“ veröffentlicht hatte, ließ sich für die Novellen von 37 Büchern über Bach inspirieren, darunter Werke von Christoph Wolff und Michael Maul. Die Novellen thematisieren den Mangel an Wertschätzung für Kunst durch Machthaber und zeigen, wie Künstler oft den Launen der Herrschenden ausgeliefert sind.

Ein besonders beeindruckendes Projekt, an dem Christoph Hein arbeitet, ist die neue Oper „Die Stechardin“, die in Budapest uraufgeführt wird. Diese Oper, zu deren Libretto Hein von György Kurtág eingeladen wurde, handelt von Georg Christoph Lichtenberg und seiner Beziehung zu Maria Dorothea Stechard. Kurtág, ein großer Leser von Hein, hat bereits in einem Liederzyklus Lichtenbergs Aphorismen behandelt und vergleicht die Beziehung zwischen Lichtenberg und Stechard mit seiner eigenen zu seiner verstorbenen Frau. Die Uraufführung findet an Kurtágs hundertstem Geburtstag statt und ist für Maria Husmann, Heins Frau, geschrieben.

Die Herausforderungen der Künstler

Die Herausforderungen, mit denen Bach konfrontiert war, sind auch Teil der Erzählung in Heins Werk. So erhielt Bach 1716 den Auftrag vom Preußenkönig Friedrich Wilhelm I., ein Konzert für ein Treffen von Staatsoberhäuptern in Havelberg zu komponieren. Dabei musste er nicht nur die Akustik des Doms erkunden, sondern auch mit den Zweifeln des Bürgermeisters kämpfen, der die Musik als brotlose Kunst ansah. Bach übernachtete in einer Pferdestation und erhielt lediglich eine einfache Mahlzeit. Der Vertrag für das Konzert enthielt keine Informationen über ein Honorar, und Bach wurde gesagt, die Ehre der Komposition sei ausreichende Vergütung.

Diese biografischen Details über Bach und die Umstände, unter denen er arbeitete, sind nicht nur für Musikliebhaber von Interesse, sondern auch Teil von Heins kritischen Reflexionen über Kunst und deren Wertschätzung. Christoph Hein ist bekannt für seine kritischen Werke über den Sozialismus in der DDR und seine Romane, die sich mit deutsch-deutschen Themen befassen. Sein Blick auf die Herausforderungen, die Künstler in verschiedenen Epochen meistern müssen, ist dabei stets relevant.

Für weitere Informationen zu Christoph Heins Arbeiten und seinem Einfluss auf die Literatur können Sie die umfassende Quelle auf FAZ, Deutschlandfunk Kultur und Nordkurier nachlesen.