Am 28. Januar 2026 hat die Sportgemeinschaft Rehabilitation Berlin-Lichtenberg e.V. eine ihrer geschätztesten Persönlichkeiten verloren: Grit Harms, auch bekannt als Gritti, ist verstorben. Grit kämpfte über viele Jahre gegen Krebs und hinterlässt ein beeindruckendes Erbe im Bereich des Behindertensports. Seit August 1990 war sie Mitglied des Gründungsvereins von Special Olympics Deutschland und engagierte sich als ehrenamtliche Helferin bei zahlreichen Veranstaltungen in Berlin, wo sie unzählige Athleten inspirierte.

Ihre sportliche Reise begann 2006, als sie erstmals als Athletin im Bowling bei den Special Olympics Nationalespielen in Berlin teilnahm. Von da an sammelte sie Medaillen bei den Nationalen Spielen in den Jahren 2008, 2010, 2012, 2014, 2016, 2018 und 2022 sowie bei internationalen Wettbewerben, darunter eine Silbermedaille bei den Special Olympics Weltspielen in Los Angeles 2015. Grit war auch ein langjähriges Mitglied des Athletenrates von Special Olympics Berlin und wurde am 19. November 2022 mit der Ehrenmedaille für Athlet*innen geehrt.

Ein Vorbild im Engagement

Grit war nicht nur eine talentierte Athletin, sondern auch eine „gute Seele“ des Vereins. Sie half bei Meinungsverschiedenheiten und sorgte stets für eine positive Atmosphäre. Ihre Leidenschaft für den Sport und ihr unermüdlicher Einsatz blieben bis zu ihrem letzten Atemzug bestehen, auch als sie 2015 die Krebsdiagnose erhielt. Ihr Ziel war es, an den Nationalen Spielen 2022 in Berlin teilzunehmen, bevor sie ihre aktive Laufbahn beenden wollte. Doch sie gab ihren Platz für die Special Olympic Weltspiele 2023 zurück, um als Volunteer zu unterstützen und wichtige Projekte voranzutreiben.

Ihr Lebenspartner Dirk Quade stand ihr über 35 Jahre zur Seite, und der Vorstand sowie die Mitglieder der SG Rehabilitation Berlin-Lichtenberg e.V. trauern um eine außergewöhnliche Persönlichkeit, die viel für den Behindertensport geleistet hat. Der Verein selbst plant, sich zum 30. Juni 2026 aufzulösen, und die Mitglieder werden zur SG RBO Berlin e.V. wechseln, was die Erinnerungen an Grit und ihr unermüdliches Engagement in den Herzen der Menschen bewahren wird.

Sportliche Vielfalt bei Special Olympics

Unterdessen nimmt eine andere bemerkenswerte Athletin, Helena Klintschar, an den Special Olympics Weltwinterspielen in Turin teil. Die 17-jährige Göttingerin hat das Claes-Jensen-Syndrom, einen seltenen Gendeffekt, und zeichnet sich durch ihre Begeisterung für den Sport aus. Besonders im Schwimmen und alpinen Skisport hat sie bereits Goldmedaillen bei nationalen Winterspielen in Deutschland und Österreich gewonnen. Die Weltspiele finden vom 8. bis 15. März in Turin und den italienischen Alpen statt, und Klintschar freut sich auf die Eröffnungsfeier sowie die Wettkämpfe und Begegnungen mit anderen Athleten.

Die Vorbereitungen auf die Weltspiele dauerten über ein Jahr, in dem sie in verschiedenen Skihallen trainierte und sogar über die Weihnachtsferien in Österreich intensiv an ihren Fähigkeiten arbeitete. Klintschar betont, dass der Spaß am Sport für sie das Wichtigste ist, auch wenn eine Medaille schön wäre. Ihr Wunsch, mehr Plätze für Menschen mit Behinderungen in Sportvereinen zu schaffen, spiegelt das Bedürfnis wider, Inklusion weiter voranzutreiben.

Inklusion im Sport: Ein kontinuierlicher Prozess

Die Geschichten von Grit Harms und Helena Klintschar verdeutlichen die Bedeutung von Inklusion im Sport. Im Rahmen des Forschungsprogramms „Inklusion und Sport“, das 2021 von der BGW und Special Olympics Deutschland (SOD) ins Leben gerufen wurde, wird untersucht, wie es um die aktuellen Strukturen der Inklusion im Breitensport steht. Ziel ist es, den Status quo inklusiver Sportangebote zu analysieren und Handlungsempfehlungen zu entwickeln.

Mit Unterstützung von Instituten wie Media Tenor und dem Forschungsinstitut für Inklusion durch Bewegung und Sport (FIBS) soll der Bericht dazu beitragen, Handlungsbedarfe zu definieren und Netzwerkpartner zu gewinnen. Die Daten und Erkenntnisse werden für die Weiterentwicklung von inklusiven Angeboten im Sport unerlässlich sein, um sicherzustellen, dass mehr Menschen mit Behinderungen die Möglichkeit erhalten, aktiv am Sport teilzunehmen. Weitere Informationen dazu finden Sie im umfassenden Forschungsbericht, der ausschließlich als PDF verfügbar ist (Quelle).