Das Dragonerareal in Kreuzberg, einst eine militärisch genutzte Kaserne, steht vor einer grundlegenden Transformation. Der Plan, hier ein neues, gemischt genutztes Quartier zu entwickeln, ist bereits in vollem Gange. Historische Kasernenbauten sollen dabei integriert werden, um eine Verbindung zwischen der bewegten Vergangenheit und einem modernen urbanen Leben zu schaffen. Auf der ehemaligen Kaserne wird nicht nur Wohnraum entstehen, sondern auch Gewerbeflächen sowie soziale und kulturelle Einrichtungen, die das Gemeinschaftsleben fördern.
Die Öffentlichkeit hat die Möglichkeit, sich aktiv an der Gestaltung des Bebauungsplans zu beteiligen. Diese Phase der Öffentlichkeitsbeteiligung wurde bereits gestartet, und die Unterlagen sind sowohl online als auch im Fachbereich Stadtplanung des ehemaligen Rathauses Kreuzberg einsehbar. Interessierte Bürgerinnen und Bürger können Anmerkungen einreichen, die in die endgültige Entscheidung einfließen. Der Entwurf des Bebauungsplans 2-48 wird bis zum 14. April 2026 öffentlich ausgelegt und verspricht, ein Modell für gemeinwohlorientierte Stadtentwicklung zu sein, das in Abstimmung mit verschiedenen Akteuren entsteht.
Architektonische Visionen und soziale Infrastruktur
Im südlichen Teil des Dragonerareals sollen auf 21.000 Quadratmetern etwa 240 Wohnungen entstehen. Die Planungen sehen außerdem kleinteiliges Gewerbe und gemeinschaftliche Flächen im Erdgeschoss vor. Die Entwürfe stammen von den Architekturbüros &Mica und Kaden+, die sich in einem Wettbewerb durchsetzten. Der Wettbewerb wurde 2020 mit dem Ziel durchgeführt, eine robuste städtebauliche Konzeption zu finden, die sowohl hohe Qualität als auch Entwicklungsspielräume verspricht. Die Jury wählte diese Entwürfe fast einstimmig aus, und die beiden Generalplanungsbüros wurden mit der Hochbauplanung für die 240 Wohnungen beauftragt, voraussichtlich im Jahr 2025.
Die neuen Gebäude werden in Holz-Hybridbauweise errichtet, um den Materialverbrauch zu reduzieren und eine langfristige CO₂-Bindung zu gewährleisten. Darüber hinaus sind in den Planungen auch Einrichtungen wie eine Kita, eine Jugendfreizeiteinrichtung sowie Begegnungsräume und ein Gewerberiegel für Handwerks- und Kleingewerbebetriebe vorgesehen. Der Baubeginn für den Südabschnitt ist für 2027 geplant, mit einer Fertigstellung bis Ende 2030.
Nachhaltigkeit und Stadtentwicklung
Ein zentrales Element des städtebaulichen Konzepts ist die „Grüne Fuge“, die das Mikroklima verbessert, Begegnungen fördert und die Integration der Nachbarschaft unterstützt. Diese Freiraumnutzungen bieten Raum für Erholung und soziale Interaktion, während die Mittelachse der ehemaligen Kasernenanlage mit unterschiedlichen Plätzen einen Orientierungsrahmen bildet. Ein markantes 16-geschossiges Wohnhochhaus wird den zentralen Platz des neuen Quartiers markieren.
Diese Entwicklungen sind nicht nur ein Schritt in Richtung einer nachhaltigen Stadt, sondern auch ein Beispiel für gelungene Baukultur. Im Rahmen einer Videokonferenz zum Thema „Wettbewerbe als Beitrag zur Baukultur“ am 27. Februar 2025 wird die Bedeutung solcher Wettbewerbe für die Planung von Stadtquartieren thematisiert. Rund 60 Teilnehmer aus der Senatsverwaltung, Bezirken und weiteren Institutionen werden über die Grundlagen und Verfahren diskutieren, die für die erfolgreiche Umsetzung solcher Projekte notwendig sind.
Das Dragonerareal ist somit nicht nur ein Ort des Wohnens, sondern ein lebendiges Beispiel für die Herausforderungen und Chancen der Stadtentwicklung in Berlin. Die Planungen, die auf eine lange Geschichte militärischer Nutzung zurückblicken, stehen nun für eine zukunftsfähige, gemeinwohlorientierte Stadtentwicklung, die alle Bürgerinnen und Bürger einbezieht.
Für weitere Informationen zu diesem Projekt und den aktuellen Entwicklungen besuchen Sie bitte die offizielle Seite oder die Webseite der WBM.