Heute, am 10. März 2026, gedenken wir eines der dunkelsten Kapitel in der Geschichte des Rathauses Kreuzberg. Am 10. März 1933 wurde dieser Ort zum Schauplatz des gewaltsamen Übergriffs durch einen Sturm-Trupp der faschistischen SA. Ziel des Angriffs waren die Mitarbeiterinnen des Rathauses sowie der damalige Bürgermeister Dr. Carl Herz, ein jüdischer Sozialdemokrat und Symbol des Widerstands gegen den Nationalsozialismus. In einer Gedenkveranstaltung wurden Blumen niedergelegt, um an diesen schrecklichen Vorfall zu erinnern. Unter den Anwesenden waren die stellvertretende Bezirksbürgermeisterin Regine Sommer-Wetter, Bezirksstadtrat Andy Hehmke, rund 20 Mitarbeiterinnen des Bezirksamts und interessierte Bürger*innen.
Die Geschehnisse des 10. März 1933 waren nicht nur eine Attacke auf das Rathaus, sondern auch auf die demokratischen Werte der Weimarer Republik. Dr. Carl Herz wurde während des Übergriffs gewaltsam seines Amtes enthoben, durch die Straßen Kreuzbergs getrieben, getreten und geschlagen. Ein Polizist bewahrte ihn schließlich vor einer noch schlimmeren Eskalation, indem er ihn verhaftete und abführte, wodurch er einer möglichen Verschleppung in ein frühes Konzentrationslager entging. Diese Ereignisse verdeutlichen, wie schnell sich die politischen Verhältnisse in Deutschland veränderten und wie gefährlich es für politische Gegner des Nationalsozialismus wurde.
Das Andenken an Dr. Carl Herz
Dr. Carl Herz floh 1939 aus Nazi-Deutschland und verstarb 1951 in Israel. Sein Schicksal ist ein eindringliches Beispiel für die Verfolgung politischer Gegner während der NS-Zeit. Anlässlich des Gedenkens an die Ereignisse von 1933 lädt die Bezirksverordnetenversammlung und das Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg zu einer Ausstellungseröffnung ein, bei der auch bedeutende Redner wie Monika Herrmann, die Bezirksbürgermeisterin von Friedrichshain-Kreuzberg, und Kristine Jaath, die Vorsteherin der Bezirksverordnetenversammlung, auftreten werden. Musikalisch umrahmt wird die Veranstaltung von Klarinettisten wie Nana Ehrsam und Franz Knörnschild sowie von Ines Koob an der Bassklarinette.
Diese Gedenkveranstaltung ist nicht nur eine Ehrung für Dr. Carl Herz, sondern auch ein wichtiger Teil der Erinnerungskultur in Deutschland. Sie erinnert uns daran, wie wichtig es ist, die Geschichte zu bewahren und aus ihr zu lernen. Die Verfolgung von Menschen, die sich gegen das Unrecht stellten, zeigt die Gefahren, die mit autoritären Regierungen verbunden sind.
Der Kontext der Verfolgung
Die Ereignisse des 10. März 1933 sind Teil eines größeren Bildes der nationalsozialistischen Verfolgung, die bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs andauerte. Im Januar 1945 wurden Lagerinsassen durch Lautsprecherbefehle geweckt, um sich für einen grausamen Marsch vorzubereiten. Die Bedingungen während dieser Transportmärsche waren unerträglich, und viele Insassen verloren ihr Leben unter den unmenschlichen Umständen. Die Grausamkeiten, die die Menschen in diesen Jahren erleiden mussten, sind ein ständiger Mahnruf, die Geschichte nicht zu vergessen und die Werte der Menschlichkeit zu verteidigen.
Wir stehen heute zusammen, um der Opfer zu gedenken und die Lehren aus der Vergangenheit zu ziehen. Die Erinnerung an Dr. Carl Herz und die Geschehnisse im Rathaus Kreuzberg sind Teil dieser wichtigen Aufgabe. Es liegt an uns, auch in Zukunft für Gerechtigkeit und Toleranz zu kämpfen, damit sich solche Gräueltaten nicht wiederholen.