Am 4. Februar 2026 besuchte die Bezirksbürgermeisterin Clara Herrmann die Bahnhofsmission am Ostbahnhof in Friedrichshain. Die Bahnhofsmission, die von IN VIA (Katholischer Verband für Mädchen- und Frauensozialarbeit für das Erzbistum Berlin gGmbH) betrieben wird, ist die älteste ihrer Art in Deutschland. Sie wurde im Jahr 1894 am Schlesischen Bahnhof gegründet und hatte als ursprüngliches Ziel, Frauen und Mädchen, die vom Land in die Stadt gereist sind, vor Ausbeutung und Missbrauch zu schützen.

Bei ihrem Besuch sprach Clara Herrmann mit Friedemann Müller, dem Leiter der Bahnhofsmission, Silvia Härle, einer Sozialarbeiterin, und Svenja Schulte, der kaufmännischen Leitung. Aktuell arbeiten fünf hauptamtliche Mitarbeiter*innen in der Mission, unterstützt von über 30 Ehrenamtlichen, die dazu beitragen, den Betrieb an 365 Tagen im Jahr aufrechtzuerhalten. Täglich kommen rund 150 Gäste, die auf die Hilfe angewiesen sind. Die Bahnhofsmission ist auf Spenden von Kaffee, Tee und Lebensmitteln angewiesen, die an die Gäste ausgegeben werden. Die Öffnungszeiten sind täglich von 8.30 bis 12 Uhr und 14 bis 16 Uhr. Die Räumlichkeiten werden miet- und nebenkostenfrei von der Deutschen Bahn bereitgestellt. Darüber hinaus möchte die Bahnhofsmission sich räumlich vergrößern, um ihre Angebote zu verbessern und mehr Lagerfläche zu schaffen. Weitere Informationen dazu finden Sie auf der Website von IN VIA.

Die Rolle der Bahnhofsmission im sozialen Gefüge

In der Bahnhofsmission am Berliner Ostbahnhof wird nicht nur Hilfe für Bedürftige angeboten, sondern auch ein Ort der Begegnung geschaffen. Ein Plakat an der Wand erinnert die Gäste daran, dass jeder, der Hunger hat, unabhängig von Herkunft oder Konfession, Essen erhält. Täglich kommen über 100 Personen zur Essensausgabe, wo Ehrenamtliche warme Getränke und belegte Brötchen verteilen. Besonders hervorzuheben ist, dass die Bahnhofsmission auch während der Berliner Teilung geöffnet war und somit ein wichtiger Anlaufpunkt für Menschen ohne Zuhause darstellt.

Die Herausforderungen, mit denen die Ehrenamtlichen und Mitarbeiter konfrontiert sind, sind vielfältig. Viele Gäste kämpfen mit psychischen Erkrankungen, Drogenabhängigkeit oder mangelhafter Hygiene. Die Hilfe erfolgt anonym, unbürokratisch und bedingungslos, wobei die Möglichkeiten zur langfristigen Unterstützung begrenzt sind. Der Fokus liegt auf Soforthilfe, um die drängendsten Bedürfnisse der Gäste zu decken.

Wachsendes Problem der Wohnungslosigkeit

Aktuelle Statistiken zeigen, dass die Wohnungslosigkeit in Deutschland im Jahr 2024 auf 1.029.000 Menschen gestiegen ist, was einem Anstieg von 11 % im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Diese alarmierende Entwicklung verdeutlicht die Notwendigkeit von Einrichtungen wie der Bahnhofsmission. In Deutschland gibt es insgesamt 104 Bahnhofsmissionen, die jährlich über zwei Millionen Menschen versorgen. Insbesondere in Bayern wurden zuletzt 566.000 Gästekontakte verzeichnet.

Die Bahnhofsmission am Ostbahnhof ist ein Beispiel dafür, wie wichtig solche sozialen Einrichtungen im urbanen Raum sind. Sie bieten eine wichtige Anlaufstelle für Menschen in Not und leisten einen unverzichtbaren Beitrag zur sozialen Stabilität. Dank der Unterstützung von Bäckereien, Unternehmen und der Grundfinanzierung durch den Berliner Senat kann die Mission weiterhin ihre Dienste anbieten, bleibt jedoch auf Spenden angewiesen, um ihre Angebote aufrechtzuerhalten und zu verbessern. Um mehr über die Bahnhofsmission zu erfahren, besuchen Sie die Apotheken Umschau.