Brandenburgs Ernte: Mehr Weizen, aber traurige Obstbilanz!
Brandenburgs Bauern berichten über unterdurchschnittliche Getreideernte 2025, beeinflusst von Wetterbedingungen und Frostschäden.

Brandenburgs Ernte: Mehr Weizen, aber traurige Obstbilanz!
Brandenburgs Bauern blicken auf ein Jahr der gemischten Ernteergebnisse zurück. Aktuellen Berichten zufolge haben die Landwirte in diesem Jahr zehntausend Tonnen mehr Getreide geerntet als im Vorjahr, jedoch ist die Qualität des geernteten Korns besorgniserregend. Trotz der gesteigerten Menge, die Ende Juli und Anfang August durch viel Regen erschwert wurde, ist ein Großteil des Getreides feucht und konnte nicht umgehend geerntet werden. Dies führte in vielen Fällen dazu, dass das Getreide keimte oder von Schimmel befallen wurde, sodass es letztlich nur als Futter genutzt werden kann und nicht mehr für Backwaren geeignet ist, berichtet RBB24.
Der Landesbauernverband wird am Donnerstag in Teltow, Potsdam-Mittelmark, eine offizielle Bilanz der Ernteergebnisse présenteren. Henrik Wendorff, der Präsident des Verbandes, hat bereits angekündigt, dass die Ertragserwartungen unter dem Niveau des Vorjahres liegen. Diese Einschätzung teilt er im Hinblick auf die Frühjahrstrockenheit zwischen Februar und Juni, der während dieser Zeit deutlich weniger Niederschlag fiel, als es für gesunde Pflanzen notwendig gewesen wäre. In diesem Zeitraum fiel nur durchschnittlich 62 l/m² Niederschlag, was der Hälfte des langjährigen Klimamittels entspricht, wie die LBV Brandenburg berichtet.
Auswirkungen der Witterungsbedingungen
Die Kombination aus den bewährten Erntebedingungen und der anhaltenden Niederschlagsarmut hat dazu geführt, dass viele Landwirtschaftsbetriebe unter den schwierigen Voraussetzungen leiden. Eine steigende Bodenfeuchtigkeit ist besonders in niederschlagsärmeren Regionen mit leichten Böden zu verzeichnen. In diesen Regionen ergreifen Landwirte gezielte Pflanzenschutzmaßnahmen, um Totalausfälle zu verhindern. Gleichzeitig müssen sie mit niedrigen Getreidepreisen und hohen Produktionskosten kämpfen, die durch steigende Preise für Dünger, Pflanzenschutz und Energie befeuert werden.
Angesichts dieser Herausforderungen wird der Anbau und die Vermarktung klassischer Marktfrüchte immer wichtiger. So wird die Anbaufläche für Winterweizen in Brandenburg 2025 auf 159.486 Hektar erhöht, was im Vergleich zu 2024 einen Anstieg von mehr als 20.000 Hektar bedeutet. Auch der Anbau von Winterroggen wächst auf 133.352 Hektar, während der Winterraps auf 93.978 Hektar leicht ausgeweitet wird. Diese Zahlen belegen die Bemühungen der Landwirte, auf die sich verändernden Marktbedingungen zu reagieren.
Veränderungen im Getreidehandel
Der bevorstehende Jahr wird zudem durch neue Regelungen im Getreidehandel geprägt sein. Ab 2025 wird es komplizierter, die Erntegut-Bescheinigungen zu erhalten. Ein Urteil des Bundesgerichtshofs verlangt von den Händlern, dass das Erntegut sortenschutzrechtlich einwandfrei ist. Schließlich wird ein Nachweis gefordert, dass lizenziertes Saatgut verwendet wurde oder Nachbaugebühren gezahlt wurden. Diese zusätzliche Bürokratie wird von dem Landesbauernverband kritisiert, der eine einfachere Selbsterklärung fordert.
Insgesamt zeigt sich, dass Brandenburgs Landwirte in einem Jahr, in dem die Anbaufläche für Getreide mit ca. 5,6 Millionen Hektar immerhin um 0,8% gesunken ist, mit vielen Herausforderungen konfrontiert sind. Die Erntemenge wird voraussichtlich deutlich unter dem Niveau des Vorjahres liegen, während der durchschnittliche Ertrag pro Hektar nur bei 46,8 Dezitonnen liegt, was ihn im Vergleich zu anderen Bundesländern, wie Nordrhein-Westfalen mit 78,3 Dezitonnen, weit zurückfallen lässt. Diese Daten stammen aus dem vorläufigen Erntebericht des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft, den BLE veröffentlicht hat.