Täglich nutzen Tausende Fahrgäste die Busse, Trams und U-Bahnen der BVG in Berlin, um schnell von A nach B zu kommen. Doch die Verkehrsbetriebe stehen vor großen Herausforderungen. Die Gewerkschaft Verdi fordert massive Gehaltserhöhungen von 1.000 Euro monatlich für jeden Mitarbeiter der BVG, was einer Lohnerhöhung von 30 Prozent entspricht. Dies bedeutet zusätzliche Kosten von etwa 200 Millionen Euro pro Jahr, eine Herausforderung für die BVG und die Stadt Berlin, wie Berlin Live berichtet. Der erste Verhandlungstermin zwischen Verdi und dem Kommunalen Arbeitgeberverband findet am 15. Januar statt, jedoch wird bereits vor diesem Datum mit Streiks gerechnet.
Streiks in Sicht
Verdi-Verhandlungsführer Jeremy Arndt glaubt, dass der bevorstehende Tarifkonflikt ähnlich intensiv werden könnte wie im Jahr 2008, als die BVG über sechs Wochen bestreikt wurde. Die Forderungen nach einer Gehaltserhöhung seien notwendig, um mit anderen Tarifverträgen im Bundesgebiet mithalten zu können. Der Fahrgastverband unterstützt die Forderung, da die BVG laut einer Umfrage zum Lohnniveau auf dem letzten Platz landete und es schwierig sei, genügend Personal zu finden.
Als direkte Reaktion auf die steigenden Kosten für die Berliner Bevölkerung wird ab dem 1. Oktober ein neues Nahverkehrsticket für 29 Euro im Monat eingeführt. Möglich wurde dies nach langen Verhandlungen im Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg. Die Regierende Bürgermeisterin Franziska Giffey (SPD) versicherte, dass der Start des Tickets am 15. September genehmigt wurde, wenngleich der genaue Starttermin noch nicht feststeht. Giffey betonte, dass das Ticket eine Entlastung in Zeiten steigender Energiekosten und Inflation bieten soll, wie Berliner Zeitung berichtet.
Das 29-Euro-Ticket ersetzt nicht das populäre 9-Euro-Ticket, dessen Kosten das Land Berlin nicht tragen kann. Es soll jedoch in den ersten drei Monaten bis Ende Dezember für Ersparnisse sorgen, besonders im Vergleich zu regulären Preisen, die bis zu 63,42 Euro betragen können. Die BVG hat bereits erklärt, dass bestehende Abonnenten nichts unternehmen müssen, um von diesem Angebot zu profitieren.