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Der Wagenknecht-Kosmos: Wer ihr in eine Partei folgen könnte

Titel: Die Zukunft von Sahra Wagenknecht: Wer könnte ihr in eine neue Partei folgen?

Ein möglicher Bruch zwischen Sahra Wagenknecht und der Linkspartei zeichnet sich ab. Obwohl die 54-Jährige noch nicht öffentlich erklärt hat, ob sie eine neue Partei gründen wird, zeigen Umfragen, dass viele Menschen Sympathien für eine von Wagenknecht gegründete Partei haben. In diesem Artikel werfen wir einen Blick auf ihre Verbündeten und Gegner.

Einer ihrer engsten Unterstützer ist ihr Ehemann Oskar Lafontaine. Bereits im letzten Jahr trat er aus der Linken aus und könnte Wagenknecht bei ihren nächsten Schritten beraten. Lafontaine hat Erfahrung mit Parteineugründungen, da er in seinem politischen Leben bereits verschiedene Parteien mitbegründet hat.

Auch die Fraktionschefin Amira Mohamed Ali gilt als mögliche Mitstreiterin von Wagenknecht. Sie hat angekündigt, sich aus der Partei und der Fraktion zurückzuziehen und könnte bei einer Parteigründung von Wagenknecht mitwirken. Allerdings ist dies ein heikles Thema, da die Linke aktuell 39 Bundestagsabgeordnete stellt. Bei einem Abgang der Wagenknecht-Unterstützer würde die Zahl unter 36 fallen, was den Verlust des Fraktionsstatus bedeuten könnte.

Eine weitere Verbündete von Wagenknecht ist Sevim Dagdelen. Die Außenpolitikerin steht entschieden an ihrer Seite und kritisiert die Linken-Spitze scharf. Sie wirft der Parteiführung vor, eine Spaltung voranzutreiben und sich auf eine schrumpfende Gruppe von Sektenanhängern zu konzentrieren. Dagdelen hält eine politische Kraft für die Interessen der Mehrheit für dringend notwendig und sieht in einer Wagenknecht-Partei das Potenzial, die AfD zu dezimieren.

Auch Klaus Ernst könnte sich eine Wagenknecht-Partei gut vorstellen. Der Bayer sieht in einer solchen Neugründung Potenzial, nicht nur das linke Spektrum anzusprechen, sondern auch viele andere Wähler zu interessieren. Ernst war bereits an der Gründung der WASG beteiligt und war zeitweise Vorsitzender der Linkspartei.

Dietmar Bartsch, der die Bundestagsfraktion einst mit Wagenknecht führte, warnt vor einem Auseinanderbrechen der Partei. Er sieht eine Abspaltung des Wagenknecht-Lagers als verheerend für die Linkspartei an.

Die Vorsitzenden der Linken, Janine Wissler und Martin Schirdewan, haben sich komplett von Wagenknecht distanziert. Sie werfen ihr vor, die Partei zu weiteren Wahlniederlagen zu führen und perspektivisch zu einer Splitterpartei zu machen. Aus der Partei kommen jedoch auch Rufe zur Versöhnung und zur Vermeidung einer Spaltung.

Wagenknecht will noch in diesem Jahr über eine mögliche Parteigründung entscheiden. Es bleibt daher abzuwarten, welche Unterstützer und Gegner ihr in eine neue Partei folgen werden und welche Auswirkungen dies auf die politische Landschaft haben wird.

NAG Redaktion

Versierte Journalisten mit einer starken Affinität für Wirtschaftsthemen. Arbeiteten seit mehr als einem Jahrzehnt in den Medien. Haben für verschiedene große Tageszeitungen und Online-Plattformen geschrieben und sind bekannt für tiefgründige Analysen und klare Darstellungen komplexer Sachverhalte.

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