In Deutschland ist die Maul- und Klauenseuche (MKS) nach 35 Jahren abermals ausgebrochen. Entdeckt wurde das Virus bei Wasserbüffeln im brandenburgischen Hönow, was zur sofortigen Schließung von Zoo und Tierpark Berlin führen musste. Wegen der hohen Ansteckungsgefahr bei Paarhufer bleiben die beliebten Attraktionen auf unbestimmte Zeit geschlossen, um die Gesundheit der weiteren Tiere zu schützen, wie BZ Berlin berichtete. Die Schließung geschah trotz des kalten Wetters, das viele Besucher am Samstag vor die geschlossenen Tore zog, die stattdessen ins Aquarium umgeleitet wurden.
Als präventive Maßnahme ließ das Land Brandenburg rund 200 Schweine im benachbarten Landkreis Barnim töten, um eine weitere Ausbreitung des Virus zu verhindern. Agrarministerin Hanka Mittelstädt wies auf die extremen wirtschaftlichen Schäden hin, die solch ein Ausbruch verursachen kann, und erinnerte an den verheerenden Seuchenzug in Großbritannien im Jahr 2001. Um eine Wiederholung zu vermeiden, wurden strenge Maßnahmen, einschließlich eines Tiertransportverbots, ergriffen und ein Sperrkreis um den betroffenen Betrieb errichtet. Wie Tagesspiegel berichtete, bleibt die genaue Einschleppung des Virus bis jetzt unklar, während Experten von einer längeren Infektionszeit ausgehen.
Die Reaktionen auf den Ausbruch sind weitreichend: Bei der bevorstehenden Agrarmesse „Grüne Woche“ wird es keine Präsentation von Rindern, Schafen oder Ziegen geben. Diese drastischen Maßnahmen sind erforderlich, um den Seuchenzug einzudämmen und die Tierbestände zu schützen. In Berlin wurde zudem ein Krisenstab aktiv, um die Situation zu überwachen und effektive Maßnahmen einzuleiten. Experten warnen, dass unzureichende Kontrolle und schnelle Verbreitung gravierende Folgen für die tierhaltenden Betriebe haben können.
BZ Berlin