Zwei Verletzte nach Schießerei in Kreuzberg: Ermittlungen laufen!
Schießerei in Kreuzberg: Zwei Verletzte, Ermittlungen der Staatsanwaltschaft wegen Clan-Kriminalität laufen.

Zwei Verletzte nach Schießerei in Kreuzberg: Ermittlungen laufen!
Am Mittwoch, den 16.10.2025, kam es in Berlin-Kreuzberg zu einem Schusswechsel, bei dem zwei Personen verletzt wurden. Der Vorfall ereignete sich gegen 16 Uhr in der Adalbertstraße an der Ecke Naunynstraße. Laut Angaben der Generalstaatsanwaltschaft sind die Ermittlungen aufgrund eines möglichen Tötungsdelikts aufgenommen worden. Ein Mann mit einer Schussverletzung wurde von den Einsatzkräften in der Naunynstraße aufgefunden und ins Krankenhaus gebracht. Ein weiterer, mutmaßlich beteiligter Mann begab sich selbstständig mit Schussverletzungen an Bein und Oberkörper zur ärztlichen Behandlung.
Im Rahmen der Ermittlungen hat die Polizei in der Weichselstraße, Berlin-Neukölln, ein Fahrzeug mit zwei Insassen und Schusswaffen festgestellt. Der Tatzusammenhang dieser Entdeckung wird derzeit von den Ermittlern geprüft. Der genaue Ablauf der Schießerei ist unklar, und die Staatsanwaltschaft hat den Bereich rund um den Tatort bis zum Kottbusser Tor weiträumig abgesperrt und durchsucht, um Hinweise zu erhalten.
Ermittlungen im Kontext der Clan-Kriminalität
Die Staatsanwaltschaft verfolgt in ihren Ermittlungen zudem auch Hinweise auf Clan-Kriminalität. Dies findet in einem recht angespannten Kontext statt, wie aus einer aktuellen Übersicht hervorgeht. Im Jahr 2023 gab es in Berlin eine Zunahme der Clan-Kriminalität, die sich in der Erfassung von 1.063 Straftaten äußerte. Dies sind fast 200 mehr als im Vorjahr. Die Delikte umfassen eine breite Palette, darunter Körperverletzungen, Diebstähle sowie Drogendelikte.
Insgesamt wurden im Jahr 2023 fünf Tötungsdelikte verzeichnet, im Vergleich zu drei im Jahr 2022. Die Polizeidirektionen 2 und 5, zu denen auch Kreuzberg und Neukölln gehören, hatten die meisten Fälle zu verzeichnen. Zudem wurde festgestellt, dass 633 Personen dem Clan-Milieu zugeordnet werden, von denen 37 Frauen sind.
Reaktionen und Maßnahmen gegen Clan-Kriminalität
Die Innensenatorin Iris Spranger hat betont, dass es wichtig ist, der Clan-Kriminalität den Nährboden zu entziehen, und Polizeipräsidentin Barbara Slowik hebt die Relevanz von Finanzermittlungen zur Vermögensabschöpfung hervor. Der Fokus liegt hierbei auf verschiedenen Sektoren wie dem Gebrauchtwagenhandel, Baugewerbe und der Gastronomie. Um die Strafverfolgung zu stärken, gibt es Forderungen nach gesetzlichen Änderungen, insbesondere zu Bargeldobergrenzen und Beweislastumkehr in der Vermögensabschöpfung.
Die Organisation von Clan-Kriminalität macht rund 0,2 Prozent der gesamten Kriminalität in Berlin aus. Der Begriff selbst ist jedoch umstritten, da er oft als stigmatisierend für Menschen mit Migrationshintergrund angesehen wird. Trotz dieser Herausforderungen zeigt sich der politische Wille zur Bekämpfung der Clan-Kriminalität, durch hohe Kontrolldichten und anhaltende Ermittlungen.