Ab Samstag, dem 20. Februar 2026, gehen die ersten Rolltreppen am Berliner Hauptbahnhof nach einer kurzen Auszeit wieder in Betrieb. Diese Entscheidung folgt erfolgreichen Sicherheitsprüfungen, die von Mitarbeitenden der Deutschen Bahn (DB) sowie dem Hersteller durchgeführt wurden. Die Wiederinbetriebnahme der Rolltreppen ist ein wichtiger Schritt, um Reisenden die Umstiege zu erleichtern und die Sicherheit der Fahrgäste zu gewährleisten, die für die DB höchste Priorität hat. Der Hintergrund dieser Maßnahmen ist, dass baugleiche Anlagen bundesweit vorsorglich gesperrt wurden, nachdem bei zwei Anlagen mögliche Defekte im Getriebe festgestellt wurden.
Betroffene Bahnhöfe sind unter anderem der Berliner Bahnhof Südkreuz sowie Bahnhöfe in Frankfurt/M., Köln/Bonn Flughafen, Dresden, Essen, Hamburg und Düsseldorf. Dr. Katja Hüske, Vorständin Personenbahnhöfe bei der DB InfraGO, hebt die enge Zusammenarbeit mit dem Hersteller hervor, um die Prüfungen schnellstmöglich mit Unterstützung von Experten durchzuführen. Die DB bedauert die Unannehmlichkeiten für Reisende und bemüht sich um eine zügige Wiederinbetriebnahme aller Rolltreppen. In den betroffenen Bahnhöfen stehen zusätzliche Mitarbeitende zur Verfügung, um Reisende zu unterstützen. Mobilitätseingeschränkte Fahrgäste können weiterhin die Aufzüge nutzen, die freigehalten werden sollten.
Barrierefreiheit im Fokus
Die Deutsche Bahn AG hat in den letzten Jahren einen starken Fokus auf die Verbesserung der Barrierefreiheit gelegt. Im Jahr 2024 wurden an insgesamt 872 Stationen die Zugänglichkeiten verbessert, wobei jährlich rund 150 Bahnsteige barrierefrei umgebaut werden. Dieser Ausbau wird durch Fördermittel von Bund und Ländern unterstützt und orientiert sich an der EU-Verordnung „TSI PRM“, die maßgeblich für die Vorschriften des barrierefreien Bauens ist. Ein nationaler Umsetzungsplan wurde bereits 2017 entwickelt, und die DB verfolgt ein selbstverpflichtendes Programm zur Barrierefreiheit, das bis 2025 abgeschlossen sein soll.
Aktuell sind 66 % der Bahnsteige für Rollstuhlfahrer:innen und Menschen mit Gehbehinderungen zugänglich. Auch für Menschen mit Sehbehinderungen und blinde Menschen sind die Bahnsteige weitreichend barrierefrei. Mit 99 % sind nahezu alle Bahnsteige mit visuellen Zugzielanzeigern ausgestattet, was die Orientierung für alle Reisenden erheblich erleichtert. Taktile Wegeleitungen und Handlaufschilder verbessern zusätzlich die Zugänglichkeit. Voranmeldungen für kostenlose Hilfeleistungen sind für mobilitätseingeschränkte Reisende ebenfalls möglich.
Gesellschaftliche Teilhabe durch Mobilität
Die Bedeutung von Mobilität für die gesellschaftliche Teilhabe kann nicht hoch genug eingeschätzt werden. Besonders für Menschen mit Behinderungen und mobilitätseingeschränkte Personen ist der Zugang zu öffentlichen Verkehrsmitteln essenziell, um am öffentlichen Leben teilnehmen zu können. Das „Gesetz zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderungen (BGG)“, eingeführt im Jahr 2002, hat dazu beigetragen, die Anforderungen an die Barrierefreiheit im öffentlichen Personenverkehr zu stärken.
Mit dem Barrierefreiheitsstärkungsgesetz (BFSG), das bis Ende Juni 2025 umzusetzen ist, wird die Harmonisierung der Barrierefreiheitsanforderungen für Produkte und Dienstleistungen in der EU angestrebt. Barrierefreiheit wird dabei als Qualitätsgewinn für alle Nutzerinnen und Nutzer betrachtet. Die alternde Gesellschaft und die damit verbundene Notwendigkeit, Barrierefreiheit zu gewährleisten, machen diesen Aspekt zu einem zentralen Bestandteil der Verkehrspolitik. Ältere Menschen, Kinder sowie Personen mit Kinderwagen oder schwerem Gepäck haben oft ähnliche Nutzungsschwierigkeiten wie Menschen mit Behinderungen, weshalb die Schaffung eines barrierefreien öffentlichen Verkehrs für alle von großer Bedeutung ist.
Für weitere Informationen zur Bahnhofsausstattung und den Fortschritten in der Barrierefreiheit können Interessierte die Website www.bahn.de besuchen. Die Entwicklungen in der Barrierefreiheit und die Wiederinbetriebnahme der Rolltreppen sind nur einige Schritte in Richtung einer besseren Mobilität für alle Reisenden.