Die Hohenzollerngruft im Berliner Dom erstrahlt nach einer umfassenden Sanierung wieder in neuem Glanz. Nach mehr als einem Jahrzehnt der Planung und sechs Jahren intensiver Bauarbeiten öffnete die Gruft am 1. März 2026 ihre Türen für die Besucher. Dies wurde gebührend mit einem Tag der offenen Tür und kostenlosem Eintritt gefeiert. Bereits am Vormittag standen zahlreiche Menschen an, um die beeindruckende Grablege zu besichtigen, die 91 Särge aus fünf Jahrhunderten beherbergt. Bis 17:00 Uhr waren die Türen des Doms für Interessierte geöffnet, und zur Feier des Tages wurde sogar Erbsensuppe gereicht, als Anspielung auf die Domweihe von 1905.

Die Hohenzollerngruft gilt als die wichtigste dynastische Grablege Deutschlands und zählt zu den größten ihrer Art in Europa. Sie beherbergt Fürsten und Könige aus dem Hause Hohenzollern, darunter der Große Kurfürst, König Friedrich I., seine Frau Sophie Charlotte und Königin Elisabeth Christine. Mit einer Fläche von etwa 1.500 Quadratmetern dokumentiert die Gruft über fünfhundert Jahre brandenburgisch-preußische Grabkultur. Die Särge und Grabdenkmäler, die verschiedene Kunststile von der Spätgotik bis zur Moderne repräsentieren, sind ein eindrucksvoller Teil des kulturellen Erbes Berlins.

Umfangreiche Sanierungsarbeiten

Die Sanierung der Gruft, die insgesamt 29 Millionen Euro kostete, wurde mit Fördermitteln des Landes Berlin und des Bundesministeriums für Kultur und Medien finanziert. Ursprünglich waren nur 18 Millionen Euro eingeplant. Ziel der umfangreichen Maßnahmen war es, das Raumklima zu verbessern, da steigende Besucherzahlen in der Vergangenheit zu Schimmelbefall führten. Zu den Neuerungen gehört eine moderne Klimaanlage sowie ein überarbeiteter Rundgang, der nun auch barrierefrei zugänglich ist.

Die Hohenzollerngruft ist nicht nur ein Ort der Totenruhe, sondern auch ein Ort des Lernens und der Erkundung. Ein eigener Vermittlungsbereich mit einem interaktiven Gruftmodell bietet den Besuchern detaillierte Informationen über die Grablege und die Sargaufstellung. Die Gruft ist damit zu einem würdevollen und informativen Ort umgestaltet worden, der die Geschichte des Hauses Hohenzollern lebendig werden lässt.

Ein Festgottesdienst in Aussicht

Zur offiziellen Wiedereröffnung wird am Sonntag ein Festgottesdienst stattfinden, an dem unter anderem Kulturstaatsminister Wolfram Weimer und Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner teilnehmen werden. Diese Veranstaltung unterstreicht die Bedeutung der Hohenzollerngruft nicht nur als touristische Attraktion, sondern auch als Teil des kulturellen Erbes Deutschlands.

Insgesamt zeigt die Wiedereröffnung der Hohenzollerngruft, wie wichtig es ist, historische Stätten zu erhalten und für zukünftige Generationen zugänglich zu machen. Die gelungene Sanierung und der feierliche Auftakt sind ein Zeichen dafür, dass Geschichte nicht nur bewahrt, sondern auch aktiv erlebt werden kann. Für die Besucher ist die Gruft nun ein Ort, der nicht nur zum Staunen einlädt, sondern auch zum Nachdenken über die eigene Geschichte und Identität anregt. Weitere Informationen zur Gruft können auf der Website des Berliner Doms nachgelesen werden, während die Nachricht über die Wiedereröffnung im Deutschlandfunk am 28.02.2026 gesendet wurde.