Am 28. Februar 2026 wird die Hohenzollerngruft im Berliner Dom nach fast sechs Jahren Sanierung wieder eröffnet. Diese Grablege, die die brandenburgischen und preußischen Herrscherfamilien beherbergt, zählt zu den größten dynastischen Familiengrüften in Europa, neben der Kapuzinergruft in Wien und dem Escorial in Madrid. Die Sanierungskosten beliefen sich auf rund 29 Millionen Euro, wobei ein Drittel davon von der Domgemeinde getragen wurde. Bund und Land Berlin beteiligten sich ebenfalls an der Finanzierung, um die Infrastruktur zu verbessern, darunter die Installation eines Aufzugs und die Barrierefreiheit der Gruft. Besucher können sich auf einen Tag der offenen Tür am Samstag freuen, der kostenlosen Eintritt zur Wiedereröffnung bietet.
Ein Festgottesdienst am Sonntag wird prominente Gäste wie Kulturstaatsminister Wolfram Weimer, den Regierenden Bürgermeister Kai Wegner und Georg Friedrich Prinz von Preußen anziehen. Die Gruft enthält insgesamt 91 Särge, die vom Ende des 16. Jahrhunderts bis zum Anfang des 20. Jahrhunderts datieren. Diese Särge sind teils schlicht, teils reich gestaltet und aus verschiedenen Materialien wie Stein, Metall und Holz gefertigt. Besonders bemerkenswert sind die mit Textilien wie Samt und Brokat bespannten hölzernen Särge.
Ein würdevoller Ort der Totenruhe
Die Hohenzollerngruft wurde nicht nur restauriert, sondern auch zu einem würdevollen Ort der Totenruhe umgestaltet. Ein eigener Vermittlungsbereich mit einem interaktiven Gruftmodell bietet den Besuchern detaillierte Informationen über die Hohenzollerngruft und die Sargaufstellung. Die Gruft dokumentiert zudem über fünfhundert Jahre brandenburgisch-preußische Grabkultur und vereint alle Kunststile seit der ausgehenden Spätgotik in ihren Grabmälern und Särgen. Zu den Beigesetzten gehören bedeutende Persönlichkeiten wie der Große Kurfürst, König Friedrich I. und seine Frau Sophie Charlotte.
Die Gruft war während des Zweiten Weltkriegs stark beschädigt, als die Hauptkuppel des Doms einstürzte und Feuer wütete, wodurch einige Särge nahezu völlig zerstört wurden. Die umfangreiche Sanierung erforderte über zehn Jahre Planung und sechs Jahre Bauzeit. Die Bauarbeiten begannen während der Corona-Pandemie und wurden durch den Ukraine-Krieg beeinflusst, was die Baupreise erhöhte. Um Schäden an den kostbaren Sarkophagen durch Feuchtigkeit und Temperaturschwankungen zu verhindern, wird eine moderne Klimaanlage installiert.
Die Rückkehr der Särge
Die kostbaren Sarkophage mussten während der Sanierungsarbeiten ausgelagert werden und kehrten erst im November 2023 zurück. Die hohe Kindersterblichkeit in vergangenen Jahrhunderten wird durch die Anzahl der Kindersärge, die sich in der Gruft befinden, sichtbar. An der Sanierung waren mehr als 15 Planungs- und Gutachterbüros sowie rund 300 Fachkräfte beteiligt. Der Zugang zur Gruft wird über eine historische Treppe von der Predigtkirche wiederhergestellt, und zwei neue Aufzüge werden die Barrierefreiheit weiter verbessern.
Die Wiedereröffnung der Hohenzollerngruft ist nicht nur ein bedeutendes Ereignis für die Stadt Berlin, sondern auch ein Schritt zur Erhaltung und Würdigung der deutschen Geschichte. Mehr Informationen zur Hohenzollerngruft und zur Wiedereröffnung finden Sie in den detaillierten Berichten von Tagesschau und Berliner Dom. Weitere Details über die Sanierung und ihre Bedeutung sind auch auf Entwicklungsstadt zu finden.