Das Berliner Welterbefestival wird in diesem Jahr vom 23. bis 26. Juli 2025 gefeiert, anlässlich eines ganz besonderen Ereignisses: der Grundsteinlegung der Hufeisensiedlung vor 100 Jahren. Inmitten der Feierlichkeiten zieht die Hufeisensiedlung in Britz mit ihrem vielfältigen Programm Besucher an, das unter dem Motto „ARCHITEKTUR erleben – GEMEINSCHAFT leben“ steht. Laut berlin.de ist die Hufeisensiedlung nicht nur ein historisches Bauwerk, sondern auch ein Raum für Kunst und Kultur der 1920er Jahre. Gemeinsam mit Partnern wie dem Verein der Freunde und Förderer der Hufeisensiedlung Berlin Britz e.V. und Vonovia wird das Festival die „Siedlungen der Berliner Moderne“, die auf der UNESCO-Welterbeliste stehen, würdigen.

Das Festival findet im Jahr des 650-jährigen Bestehens von Britz statt und zielt darauf ab, die Inspiration, die von den Siedlungen der Moderne ausgeht, auch heute noch zu zeigen. Christian Gaebler, der Senator für Stadtentwicklung, hebt die Hufeisensiedlung als bedeutendes Vorbild für gemeinschaftliches Wohnen hervor. Dr. Christoph Rauhut, Direktor des Landesdenkmalamts, unterstreicht die moderne Architektur der Siedlungen, die nicht nur ästhetisch, sondern auch sozial innovativ ist.

Ein vielfältiges Programm

Das diesjährige Festivalprogramm umfasst ein reichhaltiges Sortiment an Veranstaltungen, darunter Architektur, Musik, Kunst, Poesie und Kulinarik. Das künstlerische Begleitprogramm wird vom „Stegreif – The Improvising Symphony Orchestra“ geleitet, einem Kollektiv von 30 internationalen Musikern, die klassische Kompositionen mit Improvisation kombinieren. Geplant sind auch thematische Salons sowie Community Schulwochen, die die Einbindung der Bewohner in die Festlichkeiten stärken.

Ein Highlight wird die exklusive Öffnung von „Tautes Heim“ sein. Das Finale findet auf der Hufeisenwiese statt und bietet ein Wandelkonzert, Kinderaktionen, ein Picknick und Street-Food. Alle Konzerte, Führungen und Workshops sind kostenlos, wobei einige Salons für 10 EUR nur nach vorheriger Anmeldung zur Verfügung stehen.

Die Hufeisensiedlung und ihre Geschichte

Die Hufeisensiedlung, die zwischen 1925 und 1930 vom Architekten Bruno Taut errichtet wurde, umfasst knapp 2000 Wohnungen und gilt als Meilenstein des sozialen Wohnungsbaus. Mit ihrem Ansatz, bezahlbaren Wohnraum mit eigenem Bad und Außenwohnraum anzubieten, stellt sie bis heute ein vorbildliches Projekt dar. Besonders erwähnenswert ist die Entwicklung des Wohngebiets, die neben einer Vielzahl an Wohnungen auch Platz für Schulen, Hortplätze und Einkaufsmöglichkeiten bietet.

Im Laufe der Jahre hat die Hufeisensiedlung viele Künstler und politische Aktivisten angezogen, darunter Erich Mühsam und Heinrich Vogeler. Der Bezirk Neukölln, in dem Britz liegt, ist bekannt für seine Vielfalt und hat über 300.000 Einwohner. Trotz Herausforderungen wie Bedenken wegen krimineller Aktivitäten in der Umgebung bleibt Britz ein ruhiger Wohnort. Die gute Anbindung an die Stadt durch die U-Bahn-Linie 7 und zwei Buslinien ist ein weiterer Pluspunkt.

Die Hufeisensiedlung steht seit Juli 2008 auf der UNESCO-Welterbeliste und wird als Teil einer größeren Bewegung betrachtet, die die Wohnbedingungen in Berlin reformierte. Diese Siedlungen erlitten im Zweiten Weltkrieg nur geringe Schäden und wurden in der Nachkriegszeit wenigen Umbauten unterzogen. Restaurierungsmaßnahmen, die im Rahmen des Denkmalschutzgesetzes von 1975 vorgenommen wurden, tragen wesentlich zur Erhaltung der Integrität und Authentizität der Siedlungen bei, was ihre historische und architektonische Bedeutung unterstreicht, wie unesco.de erläutert.