Wegner gedenkt mutiger Widerstandskämpfer zum 81. Jahrestag in Berlin
Am 19. Juli 2025 gedenkt Berlins Bürgermeister Kai Wegner des Widerstands gegen den Nationalsozialismus und des gescheiterten Attentats am 20. Juli 1944.

Wegner gedenkt mutiger Widerstandskämpfer zum 81. Jahrestag in Berlin
Am 19. Juli 2025 äußerte sich der Regierende Bürgermeister von Berlin, Kai Wegner, anlässlich des 81. Jahrestages des gescheiterten Attentats gegen die nationalsozialistische Gewaltherrschaft, das am 20. Juli 1944 verübt wurde. In einer Mitteilung des Presse- und Informationsamtes des Landes Berlin hob Wegner die historische Bedeutung dieses Tages hervor und bezeichnete das Attentat als einen der bedeutendsten Momente in der Geschichte Deutschlands. Er betonte nachdrücklich, dass die Werte der Widerstandskämpfer bis heute im Grundgesetz und in der demokratischen Grundordnung fortwirken.
Wegner unterstrich zudem die Notwendigkeit, der Frauen und Männer des Widerstands zu gedenken und deren Erinnerung wachzuhalten. Um dieser Verantwortung gerecht zu werden, fand am selben Tag ein Empfang für Angehörige der Stiftung 20. Juli 1944 im Roten Rathaus statt, bei dem Stefan Evers ein Grußwort hielt. Das Gedenken wird mit einer festlichen Gedenkveranstaltung der Bundesregierung in der Gedenkstätte Plötzensee fortgesetzt, bei der Wegner am 20. Juli um 11 Uhr ein Grußwort sprechen wird. Zusätzlich ist sein Erscheinen beim Gelöbnis von Soldatinnen und Soldaten der Bundeswehr im Bendlerblock um 16:30 Uhr vorgesehen.
Das Erbe des Widerstands
Die Stiftung 20. Juli 1944 spielt eine zentrale Rolle im Gedenken an den Widerstand gegen den Nationalsozialismus. Laut der Stiftung 20. Juli 1944 werden durch Bildungsarbeit und Veranstaltungen wie Wanderausstellungen und Zeitzeugenberichte die Themen Zivilcourage und Mut zur Verteidigung von Recht und Freiheit vermittelt. Hierbei wird besonders auf die Taten des 20. Juli und die Einsätze von Gruppen wie dem Kreisauer Kreis und der Weißen Rose verwiesen. Die Stiftung hat sich dem Ziel verschrieben, die Gesellschaft für Totalitarismus zu sensibilisieren und die Bedeutung des Widerstands für die heutige Zeit zu betonen.
Ein besonderes Augenmerk liegt auf der Arbeit mit Schulen, wo Diskussionen mit Zeitzeugen und Besuche historischer Stätten in Berlin organisiert werden. Die Jugendlichen werden dabei ermutigt, ihre Meinung zu äußern und im Bedarfsfall selbst aktiv zu werden. Diese Bildungsansätze sollen dazu beitragen, Demokratie und Rechtsstaat im Gedenken an die Geschehnisse des Nationalsozialismus zu stärken.
Der Widerstand und seine gesellschaftliche Relevanz
Der Widerstand gegen den Nationalsozialismus war geprägt von mutigen Individuen, die gegen die unmenschlichen Entscheidungen des Regimes aufbegehrten. Dies wird auch in den Diskussionen zur moralischen Verantwortung reflektiert, wie sie zum Beispiel von Bischof Clemens August Graf von Galen geäußert wurden. Die Bundeszentrale für politische Bildung dokumentiert, wie Graf von Galen, durch seine kritischen Ansichten zur Tötung als „unproduktiv“ eingestufter Menschen, das gesellschaftliche Bewusstsein für humanitäre Fragen schärfte. Er wandte sich gegen die verbreiteten Verleumdungen gegen katholische Ordensgemeinschaften und machte auf die moralischen Konsequenzen einer solchen Herrschaft aufmerksam.
In einem Klima der Angst appellierte Graf von Galen an die Bevölkerung, die Werte des Christentums und die Gebote, die das Leben aller Menschen schützen, wiederzuentdecken. Diese Werte sind nicht nur für die Unschuldigen, sondern auch für die Schwachen und Kranken gültig. Der unermüdliche Einsatz für menschliche Würde und Gerechtigkeit, den die Widerstandskämpfer zeigten, bleibt auch heute ein wichtiges Zeichen in der politischen und sozialen Landschaft Deutschlands.