In den Parks und Grünanlagen des Berliner Bezirks Reinickendorf sind in den letzten Wochen vermehrt auffällige Gespinste sichtbar geworden. Diese Gespinste stammen hauptsächlich von der Gespinstmotte, einer Schmetterlingsart, die zur Familie der Nachtfalter gehört. Julia Schrod-Thiel, die Bezirksstadträtin für Ordnung, Umwelt und Verkehr, erklärt, dass die Gespinstmotte für Menschen keine Gefahr darstellt, was eine wesentliche Entwarnung für die Anwohner ist. Die Gespinstmotte legt ihre Eier im Juli und August an den Zweigen von Bäumen und Sträuchern ab, wobei die schlüpfenden Raupen überwintern und im darauf folgenden Frühjahr beginnen, junge Triebe zu befallen.
Ab Anfang Mai spinnen die Raupen auffällige, weiße Netze um Gehölzteile oder kleinere Pflanzen. Diese Gespinste sind zwar ein Zeichen für die Anwesenheit der Gespinstmotte, sie schwächen die betroffenen Pflanzen jedoch nicht ernsthaft. In der Regel erholen sich die Pflanzen gut nach der Befallsperiode. Allerdings ist Vorsicht geboten, da sich in der Region auch der Eichenprozessionsspinner ausbreitet, der gesundheitliche Risiken birgt.
Das Risiko des Eichenprozessionsspinners
In den letzten Jahren hat sich der Eichenprozessionsspinner, eine Raupenart, die ausschließlich an Eichen vorkommt, aufgrund milderer Winter und veränderter Wetterbedingungen vermehrt. Im Gegensatz zu den harmlosen Raupen der Gespinstmotte tragen die Raupen des Eichenprozessionsspinners Brennhärchen mit Nesselgift, die gesundheitliche Beschwerden wie Juckreiz, Hautausschläge und Atemwegsreizungen verursachen können. Warnschilder werden an betroffenen Eichen aufgestellt, um die Bürger auf die Gefahr hinzuweisen, und diese werden eindringlich gebeten, befallene Eichen zu meiden sowie keine Raupen oder Nester zu berühren.
Die Symptome einer allergischen Reaktion auf den Eichenprozessionsspinner können gravierend sein, was die Dringlichkeit verdeutlicht, diese Tiere zu vermeiden. Die Raupen sind meist an Eichen zu finden und können in großen Gruppen auftreten, was in Kombination mit den spannenden Nesterbildern Besorgnis auftreten lassen kann.
Verbreitung von Gespinstmotten
In Mitteleuropa gibt es über 70 verschiedene Arten von Gespinstmotten, jede mit ihren spezifischen Futterpflanzen. Die Raupen überziehen ihre Futterpflanzen mit Gespinsten, die als Schutz dienen. Beispiele sind die Apfel-Gespinstmotte, die an Apfelbäumen frisst, und die Pflaumen-Gespinstmotte, die sich an Pflaumen- und Kirschbäumen bedient. Ein milder Winter und ein trockenes, warmes Frühjahr fördern die Vermehrung dieser Schmetterlingsart, während die Raupen des Eichenprozessionsspinners vor allem an Eichen zu finden sind und sich ebenfalls stark vermehren können.
Obwohl Gespinstmotten für Menschen harmlos sind, sollten die Unterschiede zwischen diesen und den gefährlicheren Eichenprozessionsspinnern bekannt sein. Die Raupen der Gespinstmotte sind unbehaart und in der Regel unproblematisch, während die Eichenprozessionsspinner-Raupen durch ihre Brennhärchen gesundheitliche Risiken darstellen. Dies erfordert ein genaues Hinsehen, insbesondere in den Parks und Grünanlagen von Reinickendorf.


