Am 19. September 2025 fand im Baergarten an der Schnellerstraße in Berlin ein besonderes Event mit dem Titel „Vielfalt, Musik und Nachhaltigkeit“ statt. Von 16 bis 21 Uhr erfreuten sich die Besucher an einem bunten Programm, das internationale Musiker*innen und Tänzer*innen auf die Bühne brachte. Dies war eine gelungene Gelegenheit, um gemeinsam aktiv für den Klimaschutz zu werden und nachhaltige Projekte kennenzulernen. Zahlreiche Initiativen stellten ihre nachhaltigen Ideen und Konzepte vor, unterstützt von einem Markt der Möglichkeiten, der Workshops wie Siebdruck und Mosaik sowie gemeinsames Kochen anbot. Kinder konnten sich an verschiedenen Aktivitäten wie Bastelangeboten, Märchenerzählungen und Kinderschminken erfreuen.
Diese Veranstaltung steht im Zeichen der 17 Sustainable Development Goals, die weltweit angestrebt werden. Ziel war es, Familien, Freund*innen und Nachbar*innen zu ermutigen und zusammenzubringen, um gemeinsam für eine bessere Umwelt einzutreten. Für das leibliche Wohl sorgte ein Angebot an leckeren Speisen und erfrischenden Getränken zu fairen Preisen. Weitere Informationen zur Veranstaltung sind hier zu finden.
Nachhaltigkeit auf Festivals: Ein drängendes Thema
Musikfestivals sehen sich zunehmend mit der Herausforderung konfrontiert, ihre ökologischen Fußabdrücke zu minimieren. Dies wird umso deutlicher, wenn man bedenkt, dass beispielsweise im Vereinigten Königreich bei drei Millionen Festivalbesuchern etwa fünf Millionen Liter Diesel verbraucht werden. Die Ökobilanz des Festivalbesuchs beträgt schätzungsweise 100.000 Tonnen CO2: das entspricht den Emissionen eines kleinen Dorfes über ein Jahr. Jacob Bilabel von der Green Music Initiative thematisiert eine „systemische Schieflage“ in der Nachhaltigkeit der Festivalbranche. Die Herausforderungen in diesem Bereich spiegeln die gesellschaftlichen Problemen wider, die die Bereiche Energieversorgung, Ressourcenverbrauch und Mobilität betreffen. Darüber hinaus lassen Besucher oft große Mengen Müll zurück, vergleichbar mit dem Jahresmüll einer Stadt mit 80.000 Bewohnern.
Veranstalter reagieren auf diese Herausforderungen und ergreifen zunehmend Maßnahmen zur Verbesserung. Ökostrom und Mülltrennung sind mittlerweile Standard, und viele Festivals beinhalten die Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln im Ticketpreis. Einige beispielhafte nachhaltige Festivals sind das DGTL-Festival in den Niederlanden, das als erstes Kreislauf-Festival der Welt gilt, sowie das Terraform-Festival in Italien, das elektrische Fahrzeuge einsetzt.
Best Practices in der Festival-Szene
Das Engagement für Nachhaltigkeit variiert stark, wobei einige Festivals herausragende Maßnahmen ergreifen. Eine Übersicht bekannter Festivals und deren nachhaltige Praktiken fasst diese Initiativen zusammen:
| Festival | Überblick |
|---|---|
| Open Air St. Gallen | 30. Juni – 3. Juli 2022, 30.000 Besucher, nachhaltige Gastronomie, 50% Rabatt auf Bahntickets, 83% der Anreisen 2019 mit öffentlichen Verkehrsmitteln. |
| Roskilde Festival | 25. Juni – 2. Juli 2022, 100.000 Besucher, Non-Profit, 27,5 Tonnen Lebensmittel gespendet. |
| Paleo Festival Nyon | 19. – 24. Juli 2022, 35.000 Besucher, Bio-Strom und Zusammenarbeit mit Too Good To Go zur Vermeidung von Lebensmittelverschwendung. |
| Glastonbury Festival | 22. – 26. Juni 2022, 177.000 Besucher, jährliche Spende von ca. 1 Million Pfund. |
| Melt! Festival | 9. – 12. Juni 2022, 20.000 Besucher, M!ECO-Initiative, vegane und regionale Speisen. |
Doch nicht nur die Veranstalter sind gefragt. Auch Besucher können einen wichtigen Beitrag leisten, indem sie Zelte mieten, verpackungsfreies Essen mitbringen und auf Mehrwegflaschen setzen. Die Festival-Kultur steht vor der Herkulesaufgabe, eine Balance zwischen Spaß und Umweltbewusstsein zu finden.