Tägliche Verkehrsstörungen prägen derzeit das Berliner Verkehrsbild, da die Ringbahn zwischen Halensee und Westend für mindestens drei Wochen gesperrt ist. Der Grund für diese massiven Einschränkungen ist der Abriss einer maroden Brücke der Autobahn A100, der von der bundeseigenen Autobahngesellschaft beschlossen wurde. Der Abriss soll bis spätestens 25. April 2025 abgeschlossen sein, jedoch bleibt ungewiss, ob die S-Bahn am Folgetag wieder fahren kann. Der Abriss wurde notwendig, nachdem ein Riss im Tragwerk der Brücke sich vergrößert hatte, was bereits zu einer Sperrung der dreispurigen Fahrbahn Mitte März führte. Unter der Brücke verlaufende S-Bahn-Trassen wurden ebenfalls gesperrt, betroffen sind täglich etwa 50.000 Fahrgäste auf dem betroffenen Abschnitt der Ringbahn.
Der Autobahnknoten Funkturm, zu dem die A100 gehört, ist einer der am stärksten belasteten Verkehrsknoten in Deutschland, mit rund 230.000 Fahrzeugen täglich. Vor der Sperrung befuhren etwa 95.000 Fahrzeuge die beschädigte Brücke. Angesichts dieser hohen Verkehrsbelastung sind die Auswirkungen der Sperrung für die Pendler und Autofahrer erheblich. Zudem ist die Ringbahn im Osten Berlins nicht betroffen, wo sie das Dreifache der Fahrgäste zählt.
Notwendigkeit eines schnellen Ersatzneubaus
Bundesverkehrsminister Volker Wissing unterstreicht die Dringlichkeit eines zügigen Ersatzneubaus, nachdem die notwendige Finanzierung sichergestellt ist. Die Bundesregierung plant, trotz der vorläufigen Haushaltsführung rund 150 Millionen Euro für den Ersatzneubau bereitzustellen. Regierender Bürgermeister Kai Wegner (CDU) hat bereits gefordert, die Baumaßnahmen rund um die Uhr durchzuführen, um die Frist für den Abriss und den Neubau zu beschleunigen.
Die Vorbereitungen für den Abriss laufen seit einigen Tagen. In einer Krisensitzung, einberufen von Verkehrssenatorin Ute Bonde (CDU), diskutierten Vertreter des Bundesverkehrsministeriums, des Senats und der Bauindustrie über die infrastrukturellen Auswirkungen während des Abrisses. Die Senatorin appelliert an alle Beteiligten, die Maßnahmen schnellstmöglich umzusetzen, um die Auswirkungen auf den öffentlichen Nahverkehr, Not- und Rettungsdienste sowie den Wirtschaftsverkehr zu minimieren. Ein Gremium soll die Koordination der Baumaßnahmen übernehmen.
Alternativangebote während der Bauarbeiten
Bis zum Abschluss der Abrissarbeiten wird ein Ersatzverkehr mit Bussen zwischen den S-Bahnhöfen Halensee und Westend eingerichtet. Der S-Bahn-Verkehr soll nach dem Abriss der Ringbahnbrücke wiederhergestellt werden, um die Pendler so gut wie möglich zu entlasten. Auch der Abriss der Westendbrücke ist vorzeitig geplant und wird von der Autobahn GmbH beauftragt. Diese umfassenden Baumaßnahmen sollen sicherstellen, dass die Mobilität in Berlin auch während der notwendigen Arbeiten aufrechterhalten bleibt.