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Uni-Streit um Containerdorf in Berlin-Dahlem

Streit um Flüchtlingsunterkunft auf Unigelände: Wird die woke Fassade bröckeln?

Das geplante Bauvorhaben eines Containerdorfs für 260 Flüchtlinge auf dem brachliegenden Unigelände an der Thielallee 63 in Berlin-Dahlem stößt auf Widerstand, insbesondere von Seiten der Freien Universität (FU). Die Uni plant eigentlich den Bau eines Gebäudes für Lehre und Forschung auf diesem Gelände. Die FU fühlt sich übergangen, da sie von den Senatsplänen erst aus der Zeitung erfuhr und der Hochschulleitung keine Zustimmung erteilt wurde. Trotzdem ist die FU grundsätzlich bereit, geflüchtete Menschen im Rahmen ihrer Möglichkeiten zu unterstützen, wie bereits in der Vergangenheit geschehen.

Die Universität weist darauf hin, dass das brachliegende Grundstück nach 2023 dringend für eigene Baumaßnahmen benötigt wird. Als Alternative schlägt die FU vor, Leerstand in Gebäuden der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben in unmittelbarer Nähe zu nutzen, die bereits zwischen 2014 und 2017 als Notunterkünfte für Geflüchtete gedient haben. Der Sonderbeauftragte für Flüchtlingsfragen beim Senat, Albrecht Broemme, betont, dass das Grundstück für die Flüchtlingsunterbringung genutzt werden könnte, solange es brachliegt, und bittet die Uni um eine zeitliche Angabe für den geplanten Bau des neuen Gebäudes.

Darüber hinaus hat der Senat Ende März beschlossen, 16 weitere Containerdörfer zu errichten, um dem akuten Mangel an Wohnraum für Flüchtlinge entgegenzuwirken. Diese neuen Standorte sind vor allem im Ostteil der Stadt geplant. Berliner Regierender Bürgermeister Kai Wegner erklärte, dass trotz Herausforderungen gemeinsam ein Gesamtpaket geschnürt wurde. Es wird jedoch betont, dass die 16 Containerdörfer nicht ausreichen und weitere Standorte folgen sollen, um Flüchtlingen eine angemessene Unterbringung zu bieten.

Der Widerstand gegen die geplante Flüchtlingsunterkunft auf dem Unigelände in Berlin-Steglitz-Zehlendorf hat zu Spott und Kritik im Netz geführt. Einige Nutzer äußerten Unverständnis darüber, dass die FU Berlin, die sonst für Offenheit und Toleranz bekannt ist, sich gegen die temporäre Unterbringung von Flüchtlingen ausspricht. Kritiker werfen der Uni Rassismus und Intoleranz vor und sehen in dem Widerstand eine bröckelnde woke Fassade. Die Diskussion zeigt die Komplexität und Sensibilität des Themas Flüchtlingsunterbringung in urbanen Räumen wie Berlin.

Siehe auch  Berlin: Quartalsbericht offenbart negative Rekorde bei Geburten, Nebenwohnungen, Baugenehmigungen und Umzügen - doch es gibt Hoffnung!

Daniel Wom

Der in Berlin geborene Daniel Wom ist ein versierter Journalist mit einer starken Affinität für Wirtschaftsthemen. Er hat an der Freien Universität Berlin Journalistik und Wirtschaftswissenschaften studiert und arbeitet seit mehr als einem Jahrzehnt in den Medien. Daniel hat für verschiedene große Tageszeitungen und Online-Plattformen geschrieben und ist bekannt für seine tiefgründigen Analysen und klaren Darstellungen komplexer Sachverhalte. Er ist Mitglied im Deutschen Journalisten-Verband und hat mehrere Auszeichnungen für seine exzellente Berichterstattung erhalten. In seiner Freizeit erkundet Daniel gerne die vielfältige Kulturszene Berlins und ist leidenschaftlicher Webentwickler.

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