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Uni in Berlin-Dahlem: Streit um Flüchtlingsunterkunft

Widerstand an der Uni: Droht die "woke Fassade" zu bröckeln?

Noch dient das Grundstück mit einigen Sträuchern als Parkplatz. Etwa 4000 bis 5000 Quadratmeter ist die Fläche an der Thielallee 63 in Berlin-Dahlem groß. Geht es nach dem Senat, soll auf dem brachliegenden Unigelände bald ein Containerdorf für 260 Flüchtlinge hochgezogen werden.

Doch in dem vornehmen Kiez brodelt es. Vor allem in der Freien Universität regt sich Widerstand, weil die Uni dort eigentlich ein Gebäude für Lehre und Forschung bauen möchte. Am Freitag teilte Berlins Flüchtlingskoordinator Albrecht Broemme der FU-Kanzlerin Andrea Güttner mit, dass er dort erst einmal Migranten unterbringen möchte. Diese schrieb zurück und wehrte sich, heißt es. „Eine auch befristete Unterbringung von Flüchtlingen ist für die Fläche nicht möglich“, entgegnete sie laut BZ.

An der FU fühlt man sich übergangen. Der Präsident Günter Ziegler beklagte, von den Senatsplänen erst aus der Zeitung erfahren zu haben. Die Hochschulleitung habe dieser Maßnahme nicht zugestimmt, sagt er.

Ein Sprecher Zieglers bestätigt, dass sich die Uni überrannt gefühlt habe. Er sagt: „Die Freie Universität Berlin ist grundsätzlich bereit, geflüchtete Menschen im Rahmen ihrer Möglichkeiten zu unterstützen.“ Als es im Winter 2014 und 2015 darum gegangen sei, kurzfristige Unterstützung bei der Unterbringung von in Berlin neu angekommenen geflüchteten Menschen zu leisten, habe die Freie Universität sofort unbürokratisch reagiert. Damals habe man rund 200 Erwachsenen und Kindern als Ersthilfe eine Notunterkunft in der Sporthalle der Universität ermöglichen können.

Außerdem habe man, „dem Berliner Senat eine kurzfristige Nutzung für Notunterkünfte für Geflüchtete für das Jahr 2023 in Aussicht gestellt.“ Damals habe die FU aber bereits darauf verwiesen, dass „die Fläche nach 2023 für eigene Baumaßnahmen dringend benötigt wird“.

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Der Sprecher sagt weiter: „Aufgrund des hohen Sanierungsbedarfes der FU Berlin und der umfangreichen Bauplanungen stehen derzeit keine anderen Flächen zur Verfügung.“ Dafür aber stehe nur wenige hundert Meter weiter am Standort Thielallee 92 „nach unserer Information Gebäude der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben seit einiger Zeit leer“, so der Vorschlag der Uni.

Für Broemme, der derzeit jede städtische Freifläche daraufhin prüft, ob sie für eine Flüchtlingsunterkunft infrage kommt, lässt sich alles klären, wie er der Berliner Zeitung sagt. „Wir wollen keine Erweiterung der FU blockieren, doch solange das Grundstück brachliegt, können dort doch Flüchtlinge untergebracht werden.“ Die Uni-Kanzlerin habe er daher gebeten, eine zeitliche Angabe zu machen, wann das neue Gebäude entstehen soll. Bislang sei sie ihm eine Antwort schuldig geblieben. „Doch in der nächsten Woche entsteht dort sowieso kein Containerdorf, sondern wenn, in naher Zukunft“, so Broemme. Es müsse auch noch geprüft werden, ob es keine Bedenken in Sachen Naturschutz gebe.

Daniel Wom

Der in Berlin geborene Daniel Wom ist ein versierter Journalist mit einer starken Affinität für Wirtschaftsthemen. Er hat an der Freien Universität Berlin Journalistik und Wirtschaftswissenschaften studiert und arbeitet seit mehr als einem Jahrzehnt in den Medien. Daniel hat für verschiedene große Tageszeitungen und Online-Plattformen geschrieben und ist bekannt für seine tiefgründigen Analysen und klaren Darstellungen komplexer Sachverhalte. Er ist Mitglied im Deutschen Journalisten-Verband und hat mehrere Auszeichnungen für seine exzellente Berichterstattung erhalten. In seiner Freizeit erkundet Daniel gerne die vielfältige Kulturszene Berlins und ist leidenschaftlicher Webentwickler.

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