Romano Geike, Jahrgang 1977, ist in Spindlersfeld, einem Stadtteil von Köpenick, aufgewachsen. Sein Weg als Musiker und Künstler ist eng mit seiner Kindheit und den prägenden Erfahrungen im Adlershofer Fundus verbunden. Dieser Fundus, der 1952 am Medienstandort Berlin – Adlershof gegründet wurde, beherbergt über eine Million Kostüm- und Requisitenartikel und gilt als Zeugnis von Alltagskultur. Früher diente er als Kostüm- und Requisitendepot des Staatsfernsehens der DDR, wo Romano oft seinen Vater besuchte, der als Sprengmeister und Pyrotechniker im DDR-Fernsehen arbeitete. Diese Besuche prägten Romano und weckten seine Faszination für die Geschichten hinter den Kostümen und Requisiten.

Romano hat unter verschiedenen Künstlernamen Musik veröffentlicht, seit 2009 ist er unter dem Namen Romano bekannt. Zu seinen Alben zählen „Jenseits von Köpenick“ (2015), „Copyshop“ (2017) und „Vulkano Romano“ (2023). Am 20. Februar 2026 wird sein neues Album „Körper“ erscheinen, welches sich mit den Themen Körper und Identität beschäftigt. Romano betrachtet den Körper als Anzug, den man tragen kann, und thematisiert die gesellschaftlichen Erwartungen an das eigene Erscheinungsbild. Sein Lied „Penis“ behandelt die komplexen Themen der Lust und des Leistungsdrucks in der modernen Gesellschaft.

Der Adlershofer Fundus und seine Geschichte

Der Adlershofer Fundus bietet eine beeindruckende Sammlung von Kostümen, Requisiten, Möbeln und Alltagsgegenständen, die aus den Beständen der Johannisthaler Filmateliers und des Deutschen Fernsehfunks (DFF) stammen. Bis Dezember 1991 entstanden dort zahlreiche Eigenproduktionen, von Fernsehfilmen über Serien bis hin zu Unterhaltungsshows. Die Vielfalt des Fundus spiegelt die verschiedenen gesellschaftlichen Schichten und Epochen wider und ist ein wertvoller Partner für Film- und TV-Produktionen.

Seit 2019 wird der Fundus von der Prestito Service GmbH & Co. KG verwaltet und steht als Verleiher für aktuelle Produktionen zur Verfügung. Dies umfasst auch bemerkenswerte Projekte wie „Leander Haußmanns Stasikomödie“ und „Deutschland 89“. Neben dem großen Fundus gibt es auch den Alternativen Fundus (A.L.F.), der kleinere Produktionen und Kulturinstitutionen unterstützt. Romano, der in seiner Kindheit viel Zeit im Fundus verbrachte, reflektiert über den Erfindergeist der DDR und die Notwendigkeit, kreativ zu improvisieren.

Gesellschaftskritik und soziales Engagement

Romano hat Zivildienst geleistet und sich gegen den Militärdienst entschieden. Er plädiert für ein soziales Jahr anstelle der Wehrpflicht und betont die Bedeutung von sozialem Engagement. Kritisch äußert er sich zur modernen Kriegsführung und deren Entmenschlichung. Seine Erfahrungen und Überzeugungen prägen nicht nur seine Musik, sondern auch sein Engagement in der Gesellschaft. Mit seinen Konzerten, die für März 2026 in mehreren Städten geplant sind, möchte er seine Gedanken und Botschaften weitertragen.

Insgesamt zeigt sich, dass Romano nicht nur ein Künstler ist, sondern auch ein Nachdenker über die Themen, die uns alle betreffen. Der Adlershofer Fundus, mit seiner reichen Geschichte und seinem vielfältigen Angebot, bleibt für ihn ein wichtiger Teil seiner kreativen Reise. Weitere Informationen über den Fundus und die Produktionen sind im Adlershofer Fundus und im Deutschen Rundfunkarchiv zu finden.