In Treptow-Köpenick sorgt eine aktuelle Petition für Aufsehen, die sich gegen die geplanten Kürzungen im Jugend- und Sozialbereich des Bezirks richtet. Ziel der Initiative ist es, die Schließung einer 2025 eröffneten Jugendeinrichtung in Friedrichshagen zu verhindern, die bereits zu Beginn des Jahres 2026 schließen soll. Die Petition, die sich an das Bezirksamt Treptow-Köpenick richtet, zeigt die Sorgen der Bürgerinnen und Bürger über die befürchteten Streichungen von Planstellen, die einen massiven Rückgang der Jugendarbeit zur Folge haben könnten. Der Quartiersrat Kosmosviertel ruft dazu auf, die Petition mit Unterschriften zu unterstützen und diese in Berlin, bundesweit und weltweit zu verbreiten, um eine Neubewertung der angedachten Sparpläne zu erreichen. Die Angst vor einem Verlust von Bezugspersonen für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene schwingt in den Aufrufen zur Unterstützung deutlich mit. Weitere Informationen sind auf der Website der Petition zu finden (OpenPetition).
Zusätzliche Besorgnis wird in einem offenen Brief an die Stadträt*innen und Bezirksbürgermeister Oliver Igel geäußert. Die Verfasser betonen, dass die drohenden Kürzungen im Rahmen der Haushaltsverhandlungen die Zukunft der Kinder- und Jugendarbeit gefährden. Diese Einrichtungen, die über Jahrzehnte hinweg gemäß dem Berliner Gesetz zur Ausführung des Kinder- und Jugendhilfegesetzes aufgebaut wurden, spielen eine entscheidende Rolle für eine gesunde und diverse Gesellschaft. Die steigenden Lebenshaltungskosten und globale Entwicklungen setzen Familien unter Druck, was die Notwendigkeit einer stabilen Jugendförderung umso drängender macht. Hier wird gefordert, dass das Bezirksamt den Eckwertebeschluss für eine bedarfsgerechte Finanzierung des Jugendamts zustimmt und Angebotsrückgänge in der Kinder- und Jugendförderung verhindert. Die Unterstützung dieser Position ist essenziell, um die sozialen Strukturen in den Kiezen zu sichern und den sozialen Frieden zu wahren (Jao Berlin).
Die finanziellen Hintergründe
Die Situation wird zusätzlich durch massive Kürzungen im Berliner Haushalt 2025 verschärft, die insbesondere die Jugendarbeit, Schulsozialarbeit und politische Bildung betreffen. CDU und SPD haben beschlossen, in diesen Bereichen insgesamt 7 Millionen Euro zu kürzen. Diese Einschnitte haben weitreichende Konsequenzen: Geplante Schulneubauten werden gestrichen, die Digitalisierung der Schulen wird eingeschränkt und auch der Ausbau des öffentlichen Personennahverkehrs sowie der Radwege, die vor allem junge Menschen betreffen, wird zurückgefahren. Die Vorsitzende des Landesjugendrings Berlin, Lena Kiefer, kritisiert diese Haushaltsentscheidungen scharf und weist auf den Wegfall wichtiger Angebote der politischen Bildung und Demokratieförderung hin. Die freien Träger der Jugendarbeit sehen sich durch die fehlende Finanzierung von Tarifsteigerungen zusätzlich belastet, was die bereits angespannte Lage verschärft. Die Demonstration „#unkürzbar“, die am 21. November 2024 stattfand, richtete sich gegen die Kürzungen im Sozialbereich und zeigt, wie wichtig das Thema für die Gemeinschaft ist (LJR Berlin).
Die derzeitige Lage im Bezirk Treptow-Köpenick verdeutlicht, wie eng die verschiedenen gesellschaftlichen Aspekte miteinander verwoben sind. Die Kürzungen betreffen nicht nur die unmittelbare Jugendarbeit, sondern haben auch langfristige Folgen für die Entwicklung junger Menschen und die Stabilität der Gemeinschaft. Daher ist es wichtig, dass sich die Bürger aktiv an der Diskussion beteiligen und ihre Stimme für eine umfassende Jugendförderung erheben.