In Treptow-Köpenick breiten sich invasive und problematische Arten aus, die eine ernsthafte Bedrohung für die heimische Natur darstellen. Diese Arten sind Pflanzen und Tiere, die nicht ursprünglich aus der Region stammen und sich stark ausbreiten. Zu den bekanntesten Vertretern gehören der Götterbaum, der Japanische Staudenknöterich, der Amerikanische Sumpfkrebs und der Waschbär. Ihre Anwesenheit verändert natürliche Lebensräume und verdrängt einheimische Pflanzen und Tiere, was letztlich die biologische Vielfalt gefährdet. Wie das Umwelt- und Naturschutzamt Treptow-Köpenick informiert, wurden Infoblätter zu häufig vorkommenden invasiven Pflanzen erstellt, die auf der Internetseite des Amtes veröffentlicht sind. Diese Materialien bieten wertvolle Informationen darüber, wie invasive Arten erkannt werden können und welche Maßnahmen sinnvoll sind.

Die Bezirksstadträtin Dr. Claudia Leistner unterstreicht die Bedeutung der gemeinsamen Anstrengungen zum Schutz der biologischen Vielfalt. Es ist nicht nur eine Aufgabe der Behörden, sondern auch der Bürger:innen, sich aktiv mit dem Thema auseinanderzusetzen und auf invasive Arten zu achten.

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EU-weit anerkannte Problematik

Invasive Arten sind nicht nur ein lokales Problem, sondern werden auch auf europäischer Ebene ernst genommen. Die EU führt eine „Unionsliste“ invasiver Arten, die Lebensräume, Arten oder Ökosysteme beeinträchtigen können. Auf dieser Liste sind derzeit 114 invasive Tier- und Pflanzenarten verzeichnet, von denen etwa 50 in Deutschland wildlebend sind. Die Einstufung dieser Arten erfolgt auf EU-Ebene sowie durch das Bundesamt für Naturschutz (BfN) und die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE). Die erste offizielle Liste wurde am 14. Juli 2016 veröffentlicht und umfasste zuerst 37 Arten. Seitdem gab es mehrere Erweiterungen, die zuletzt am 7. August 2025 in Kraft traten und 26 neue Arten hinzufügten. Dies zeigt, dass invasive Arten ein dynamisches und sich ständig veränderndes Thema sind, das kontinuierliche Aufmerksamkeit erfordert.

Der Umgang mit invasiven Arten fokussiert sich nicht auf klassischen Artenschutz, sondern auf Prävention, Eindämmung und Management. Viele dieser Arten fügen sich unauffällig in Ökosysteme ein, während andere, wie das Pampasgras, in der EU-Liste gelistet sind und nicht gehandelt oder angebaut werden dürfen. Der Kirschlorbeer hingegen bleibt in Deutschland erlaubt, da er nicht auf der Unionsliste steht.

Aktionen und Engagement

Besonders wichtig ist es, invasive Arten in einem frühen Verbreitungsstadium zu bekämpfen. Für weit verbreitete Arten sind umfassende Managementmaßnahmen erforderlich. Schutzgebiete erfordern besondere Aufmerksamkeit, um die dortige Biodiversität zu bewahren und invasive Arten einzudämmen. Ehrenamtliche Gruppen, wie der NABU, engagieren sich aktiv in der Bekämpfung invasiver Arten und leisten somit einen wertvollen Beitrag zum Naturschutz.

Insgesamt sind in Deutschland mindestens 168 invasive Arten bekannt, die negative Auswirkungen auf die heimische Flora und Fauna haben können. Die Unionsliste verbietet das vorsätzliche Einbringen, Halten, Züchten, Handeln, Verwenden, Tauschen, Fortpflanzen und Freisetzen der gelisteten Arten in die Umwelt. Schnelle und effektive Maßnahmen in der frühen Phase der Invasion sind entscheidend, um die Biodiversität zu schützen und die negativen Auswirkungen invasiver Arten zu minimieren.

Für detaillierte Informationen zu den gelisteten Arten und deren Management können Interessierte die BfN-Schriften 654 konsultieren, die Steckbriefe und wesentliche Angaben zu den invasiven Arten bereitstellen.