Die internationalen Wochen gegen Rassismus stehen in diesem Jahr vom 16. bis 29. März 2026 im Fokus. Im Rahmen dieser wichtigen Initiative lädt das Museum Treptow zu öffentlichen Führungen durch die Dauerausstellung „zurückgeschaut | looking back“ ein. Diese Führungen finden am Dienstag, den 17. März, und am Donnerstag, den 19. März, jeweils um 18 Uhr statt. Besucher haben die Gelegenheit, sich mit der Geschichte und den Nachwirkungen der ersten Deutschen Kolonialausstellung auseinanderzusetzen, die vom 1. Mai bis 15. Oktober 1896 im Treptower Park stattfand.
Die Kolonialausstellung war ein zentrales Ereignis in der Globalgeschichte Berlins und hatte weitreichende Auswirkungen auf die Geschichte der Schwarzen Community. Sie wurde von verschiedenen Akteuren, darunter Politik, Wirtschaft, Kirchen sowie ethnologischen und naturwissenschaftlichen Museen, organisiert und umfasste eine diskriminierende „Völkerschau“. Dabei wurden 106 Menschen aus deutschen Kolonien vor einem Millionenpublikum zur Schau gestellt, wobei viele der Teilnehmenden sich nicht darüber im Klaren waren, dass sie ausgestellt werden sollten. Ein bemerkenswerter Widerstand kam von Kwelle Ndumbe aus Kamerun, der ein Opernglas kaufte und auf das Publikum in Berlin zurückblickte.
Die Ausstellung von 1896 und ihre Folgen
Die Berliner Kolonialausstellung war die erste und einzige großangelegte Kolonialausstellung im Kaiserreich, bei der Menschen aus deutschen Kolonien gezeigt wurden. Über zwei Millionen Besucher strömten in den Treptower Park, um wirtschaftliche, wissenschaftliche und kulturelle Aspekte der deutschen Kolonien zu entdecken. Die zur Schau gestellten Personen stammten aus verschiedenen deutschen Kolonien wie Kamerun, Togo, Deutsch-Neuguinea, Deutsch-Ostafrika und Deutsch-Südwestafrika. In fünf „Eingeborenendörfern“ und sechs Ausstellungshallen wurden die Teilnehmer mit strengen Dienstplänen konfrontiert und mussten um 6 Uhr aufstehen. Während der Ausstellung starben drei der zur Schau gestellten Personen an Krankheiten.
Die Initiative zur Planung der Kolonialausstellung wurde von Exportfirmen ins Leben gerufen, die die Unterstützung der deutschen Bevölkerung für die Kolonien gewinnen wollten. Unterstützung erhielt diese Initiative 1894 vom Reichskanzler Chlodwig zu Hohenlohe-Schillingsfürst. Der Eintritt zur Kolonialausstellung betrug 50 Pfennig, wobei Schulkinder in den letzten zwei Monaten kostenlosen Zugang hatten. Die Ausstellung erzielte einen Gewinn von knapp 60.000 RM, was die wirtschaftlichen Interessen der Organisatoren unterstreicht.
Die Dauerausstellung „zurückgeschaut | looking back“
Die aktuelle Dauerausstellung im Museum Treptow thematisiert die Biografien und den Widerstand der 106 Kinder, Frauen und Männer aus Afrika und Ozeanien. Diese Ausstellung ist das Ergebnis einer Kooperation zwischen dem Museum Treptow-Köpenick und dem Projektverbund Dekoloniale Erinnerungskultur und gilt als die erste ihrer Art in einem öffentlichen Berliner Museum, die sich mit Kolonialismus, Rassismus und Schwarzem Widerstand beschäftigt. Sie verdeutlicht die Struktur der Kolonialausstellung und deren historischen Kontext.
Besucher sind herzlich eingeladen, das Museum Treptow zu besuchen, das im historischen Rathaus Johannisthal, Sterndamm 102, 12487 Berlin, untergebracht ist. Die Öffnungszeiten sind von Montag bis Donnerstag von 10 bis 18 Uhr, freitags von 9 bis 14 Uhr und am Wochenende von 14 bis 18 Uhr. Der Eintritt ist frei und eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Zudem gibt es Bestrebungen, einen Erinnerungsort am Karpfenteich zu schaffen, um die Gedenken an dieses dunkle Kapitel der Geschichte aufrechtzuerhalten.
Für weitere Informationen zur Ausstellung und den internationalen Wochen gegen Rassismus besuchen Sie bitte die offizielle Pressemitteilung. Informationen zur Berliner Kolonialausstellung finden Sie auch auf Wikipedia.

