Heute ist der 25.03.2026. In Berlin sorgte eine großangelegte Razzia für Aufsehen, die am Dienstagvormittag von der Polizei durchgeführt wurde. Rund 500 Beamtinnen und Beamte waren im Einsatz, um 14 Adressen in verschiedenen Stadtteilen wie Mitte, Neukölln, Treptow-Köpenick und Kreuzberg zu durchsuchen. Ein zentrales Ziel dieser Razzia war das Kalabal!k, eine selbsternannte „anarchistische Bibliothek“, die von Ermittlern als möglicher Treffpunkt für mutmaßliche Schwerkriminelle identifiziert wurde. Verdacht besteht, dass Mitglieder einer Gruppe von Linksextremisten dort regelmäßig zusammenkommen. Der Fokus der Ermittlungen liegt auf vier Personen im Alter von 28, 31, 35 und 36 Jahren, darunter zwei Frauen und zwei Männer.
Diese Verdächtigen stehen im Zusammenhang mit einem Brandanschlag, der am 9. September 2025 an zwei Strommasten in Berlin-Johannisthal verübt wurde. Durch die Brandlegung kam es zu einem Stromausfall in mehreren Berliner Stadtteilen und Teilen der Gemeinde Schönefeld. Während der Razzia wurden Beweismittel wie Mobiltelefone, Laptops und Unterlagen sichergestellt. Haftbefehle lagen bislang nicht vor, und Festnahmen wurden nicht durchgeführt. Die Polizei ermittelte zudem in anderen Bundesländern, darunter Brandenburg, Hamburg und Düsseldorf.
Ermittlungen und Reaktionen
Die Innensenatorin Iris Spranger betonte die Dringlichkeit, Angriffe auf kritische Infrastruktur aufzuklären. Gleichzeitig äußerte die Gewerkschaft der Polizei Schwierigkeiten bei der Nachweisführung von Brandanschlägen. Der regierende Bürgermeister Kai Wegner zeigte sich zufrieden mit dem erhöhten Ermittlungsdruck auf linksextreme Täter. Die Schäden, die durch den Anschlag im September entstanden sind, werden auf 30 bis 70 Millionen Euro geschätzt. Es wird zudem ein Zusammenhang zu weiteren Brandanschlägen, insbesondere zu einem am 3. Januar, untersucht.
Während der Durchsuchungen kam es zu Protesten mit etwa 100 Teilnehmern, die vor Ort gegen die Maßnahmen der Polizei demonstrierten. In der Schererstraße 8 in Wedding fanden ebenfalls Durchsuchungen statt, was die umfassende Dimension der Ermittlungen unterstreicht. Insgesamt wurden für 19 Durchsuchungsbeschlüsse 17 Örtlichkeiten angefahren, was die Ernsthaftigkeit und den Umfang der aktuellen Ermittlungen verdeutlicht.
Diese Razzia zeigt nicht nur die Herausforderungen, denen sich die Polizei im Kampf gegen linksextreme Kriminalität gegenübersieht, sondern auch die gesellschaftlichen Spannungen, die in bestimmten Kreisen herrschen. Wie sich die Situation weiterentwickeln wird, bleibt abzuwarten. Die Ermittlungen stehen noch am Anfang, und die gesammelten Beweismittel könnten entscheidend für die Aufklärung dieser Vorfälle sein. Weitere Informationen zu den Hintergründen finden Sie in den Artikeln von Zeit Online und Tagesspiegel.


