Am 28. April 2025 kam es auf der iberischen Halbinsel zu einem großflächigen Stromausfall, der sowohl Spanien als auch Portugal betraf. Um 12:33 Uhr brach die öffentliche Stromversorgung in beiden Ländern vollständig zusammen. Der Vorfall war nicht das Ergebnis einer Überlastung durch zu viel Photovoltaik (PV)-Einspeisung, sondern wurde durch mangelndes Spannungsmanagement verursacht. Dies geht aus einem umfassenden Bericht des Verbands der europäischen Übertragungsnetzbetreiber, ENTSO-E, hervor, der rund 470 Seiten umfasst und von 45 Fachleuten erstellt wurde. Die Behebung des Stromausfalls dauerte mehrere Stunden, und die Stromversorgung konnte erst etwa einen Tag nach dem Vorfall wiederhergestellt werden (Quelle 1).
Im Bericht, der Anfang Oktober 2025 veröffentlicht wurde, bestätigen die Autoren, dass Spannungsprobleme die Hauptursache für den Blackout waren, nennen jedoch keine spezifischen Ursachen. Neben der Stromversorgung waren auch der Bahnverkehr, der öffentliche Nahverkehr, der Flugverkehr und Internetverbindungen von dem Vorfall betroffen. Die ENTSO-E plant, im ersten Quartal 2026 einen Abschlussbericht mit Ursachen und Handlungsempfehlungen zur Vermeidung ähnlicher Ereignisse zu veröffentlichen. Diese Empfehlungen gelten nicht nur für die Iberische Halbinsel, sondern auch für das gesamte europäische Stromnetz. Bereiche, die weiter untersucht werden müssen, umfassen unter anderem die Spannungsregelung und das Verhalten der Netznutzer (Quelle 2).
Folgen und Handlungsempfehlungen
Die Bundesregierung hat in Reaktion auf diesen Vorfall gemeinsam mit der Branche eine Roadmap zur Systemstabilität erarbeitet, die derzeit umgesetzt wird. Ein Systemstabilitätsbericht der Übertragungsnetzbetreiber wurde 2025 erstmals erstellt und enthält Empfehlungen der Bundesnetzagentur. Interessanterweise wurden viele der Empfehlungen, die von der spanischen Regierung und dem spanischen Übertragungsnetzbetreiber ausgesprochen wurden, bereits in Deutschland umgesetzt. Das zeigt, wie internationale Zusammenarbeit und Wissensaustausch in der Energieversorgung von Bedeutung sind.
Um ähnliche Vorfälle in Zukunft zu vermeiden, müssen auch Aspekte wie der Systemschutzplan, der Netz- und Versorgungswiederaufbau sowie der Datenaustausch zur Verbesserung des Systembetriebs weiter untersucht werden. Im Jahr 2024 erlebten deutsche Haushalte im Durchschnitt einen Stromausfall von knapp zwölf Minuten, was unter dem Schnitt der letzten zehn Jahre liegt. Dieser Vorfall auf der Iberischen Halbinsel könnte als Warnsignal für weitere Maßnahmen zur Verbesserung der Netzstabilität in Europa dienen.
Insgesamt zeigt der Blackout vom April 2025, wie verletzlich moderne Energiesysteme sind und wie wichtig es ist, Spannungsmanagement ernst zu nehmen. Die Lehren aus diesem Vorfall könnten für die gesamte europäische Energieinfrastruktur von Bedeutung sein und dazu beitragen, die Resilienz der Stromversorgung zu erhöhen und die Abhängigkeit von einzelnen Versorgungsquellen zu minimieren.


