Der Frühling steht vor der Tür und mit ihm die Gelegenheit, frisches Grün zu pflanzen. In Berlin gibt es gerade eine spannende Entwicklung im Bereich der Stadtbäume, die nicht nur für die Umwelt, sondern auch für die Lebensqualität entscheidend ist. Das Abgeordnetenhaus von Berlin hat ein ehrgeiziges Baumgesetz beschlossen, das vorsieht, bis 2040 mehrere hunderttausend Straßenbäume zu pflanzen. Das Ziel ist klar: Eine Million Straßenbäume soll es in der Hauptstadt geben, wobei allein 240.000 neue Bäume geplant sind. Aktuell zählt Berlin bereits 439.348 Pflanzen, was insgesamt etwa 780.000 Bäume ergibt. Doch die Bilanz ist gemischt: Im Jahr 2025 wurden 2907 Bäume mehr gefällt als gepflanzt. Besonders betroffen sind die Bezirke Reinickendorf und Marzahn-Hellersdorf, wo nach Sommerstürmen 2022 ein Defizit von jeweils über 900 Bäumen verzeichnet wurde. Positive Nachrichten gibt es jedoch aus Tempelhof-Schöneberg, Neukölln und Treptow-Köpenick, wo ein Pflanzungs-Plus verzeichnet werden konnte.

Um diese Herausforderungen zu meistern, plant der Senat die Gründung eines Landesamts für Klimaanpassung. Umweltstaatssekretär Andreas Kraus (CSU) hat bereits angekündigt, dass dafür 480 neue Mitarbeiter benötigt werden. Interessanterweise hat das Berliner Abgeordnetenhaus am 3. November 2025 das BäumePlus-Gesetz verabschiedet, das als erstes Klimaanpassungsgesetz Deutschlands gilt. Dieses Gesetz verpflichtet Berlin, bis 2040 rund 560.000 neue Bäume zu pflanzen. Bis Ende 2027 sollen alle in den letzten zehn Jahren gefällten Bäume ersetzt werden. Außerdem dürfen Bürgerinnen und Bürger ab 2027 gemeinsam mit Fachbetrieben neue Straßenbäume pflanzen. Auch die politische Unterstützung für dieses Vorhaben ist bemerkenswert: CDU, SPD, Grüne, Linke und ein fraktionsloser Abgeordneter stimmten ohne Gegenstimmen für das Gesetz, während die AfD sich enthielt.

Grünflächen und Hitze-Aktionspläne

Das BäumePlus-Gesetz sieht zudem die Schaffung von mehr Grünflächen und verbindlichen Hitze-Aktionsplänen vor, die sowohl der Senat als auch die Bezirke umsetzen müssen. Ab Mai 2026 gilt die 1-zu-3-Regel: Für jeden gefällten Baum müssen drei neue gepflanzt werden. Dies ist ein wichtiger Schritt, um den Klimaschutz in Bau- und Infrastrukturmaßnahmen zu integrieren. Die Umsetzung des Programms wird auf 3,2 bis 4 Milliarden Euro geschätzt, wobei ein Teil der Finanzierung aus dem Sondervermögen des Bundes kommen soll. Zudem werden neue Pflanzmethoden entwickelt, um die Kosten zu senken. Hierbei kommen Setzlinge und Wurzelsprossen zum Einsatz.

Ein Beirat wird die Umsetzung des Gesetzes überwachen und regelmäßig Gutachten vorlegen. Dieses Vorhaben hat bundesweiten Vorbildcharakter für Klimaanpassung und verpflichtet die Politik sowie die Verwaltung, Klimaschutz bei allen relevanten Maßnahmen zu berücksichtigen. Der Fokus auf die Stadtbäume ist dabei nicht nur eine Frage der Ästhetik, sondern auch des praktischen Nutzens. Stadtbäume spenden Schatten, kühlen die Umgebung, verbessern die Luftqualität und bieten Lebensräume für zahlreiche Tierarten.

Biodiversität und Klimaanpassung

In diesem Zusammenhang ist das Projekt „Biodiversitätsfördernde Klimamaßnahmen im urbanen Bereich“ (BiodivStadtbaum) von großer Bedeutung. Ziel dieses Projekts ist die Erfassung und Bewertung juristischer, planerischer und naturwissenschaftlicher Aspekte zu Baumpflanzung und Baumerhalt in Städten. Im Fokus stehen Biodiversitätsschutz und Klimaanpassung. Die Herausforderungen sind nicht zu unterschätzen: Stadtbäume stehen unter Druck durch dichte Besiedlung und Klimawandel. Daher ist es entscheidend, bestehende Bäume zu schützen und Hemmnisse für Neupflanzungen abzubauen.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Berlin auf einem guten Weg ist, seine grünen Ziele zu erreichen. Durch die Kombination von politischen Maßnahmen, Bürgerengagement und wissenschaftlicher Begleitung wird die Stadt nicht nur grüner, sondern auch widerstandsfähiger gegen die Herausforderungen des Klimawandels. Weitere Informationen zu diesen Entwicklungen finden Sie in den Quellen hier, hier und hier.