In Brandenburg und Bayern breitet sich die Newcastle-Krankheit aus, eine hochansteckende Tierseuche, die bei Hühnern, Puten und anderen Vögeln auftritt. Nach 30 Jahren ohne bestätigte Fälle ist das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) alarmiert und warnt vor einer „erheblichen Gefährdungslage“ für Geflügelbetriebe und Vogelhaltungen. Bislang wurden acht Ausbrüche in Deutschland verzeichnet, inklusive eines ersten Falls Ende Februar im Landkreis Oder-Spree und einem weiteren in Königs Wusterhausen Anfang März. Schockierende 125.000 Tiere mussten vorsorglich getötet werden, um eine weitere Ausbreitung zu verhindern. Auch Berlin ist betroffen, und die Ausbrüche wurden parallel zur Vogelgrippe gemeldet (Berliner Kurier).

Die Newcastle-Krankheit, auch als atypische Geflügelpest bekannt, wird durch das Newcastle-Disease-Virus (NDV) verursacht und kann prinzipiell alle Vögel infizieren. Menschliche Infektionen sind zwar selten, beschränken sich meist auf Bindehautentzündungen, aber einige schwere Fälle sind bei immungeschwächten Personen beschrieben. Umso wichtiger ist es, dass Tierhalter strenge Regeln befolgen: Geflügel muss von Wildvögeln getrennt und in Ställen gehalten werden. Der Verkauf oder die Weitergabe von Vögeln, Geflügelfleisch, Eiern und Bruteiern ist verboten. Tägliche Kontrollen und Desinfektionen der Zufahrtswege sind Pflicht, und bei Verstößen drohen Strafen von bis zu 30.000 Euro.

Strenge Maßnahmen zur Eindämmung

Die Veterinärbehörden empfehlen strenge Kontrollen des Personen- und Warenverkehrs in Betrieben, um die Ausbreitung des Virus zu verhindern. Pflichtimpfungen und sofortige Tests bei kranken oder verendeten Tieren sind entscheidend. In Königs Wusterhausen waren die Tiere geimpft, jedoch war die Grundimmunisierung der Jungtiere unvollständig. In Deutschland besteht eine Impfpflicht gegen die Newcastle-Krankheit für Hühner und Puten, auch in Kleinsthaltungen. Geimpfte Tiere sind schwerer zu infizieren, scheiden weniger Virus aus und zeigen mildere Krankheitszeichen. Dennoch kann die Impfung Infektionen nicht vollständig verhindern, was die Situation komplizierter macht (Tagesspiegel).

Die Sterblichkeitsrate bei einem Ausbruch des Virus kann dramatisch sein, mit Verlusten von 90 bis 100 Prozent des Bestands. Das FLI empfiehlt auch eine Kombination aus Impfung und der Tötung betroffener Bestände, um die Erkrankung effektiv zurückzudrängen. Diese Maßnahmen sind dringend notwendig, da der Virus sich nicht nur in Deutschland, sondern auch in Polen, Tschechien und der Slowakei ausbreitet, was die gesamte Region betrifft (RND).

Die Situation erfordert höchste Aufmerksamkeit und schnelle Reaktionen von allen Beteiligten, um die Gefährdung für die Geflügelhaltung und die Vogelpopulation in Deutschland einzudämmen. Der Fall zeigt, wie wichtig präventive Maßnahmen und die Überwachung von Tierbeständen sind, um zukünftige Ausbrüche zu verhindern.