Trauer um Núria Quevedo: Künstlerin der Erinnerungen verstorben
Núria Quevedo Teixidó, Künstlerin aus Treptow-Köpenick, verstarb am 22. November 2025. Ihr Werk thematisierte Exil und Identität.

Trauer um Núria Quevedo: Künstlerin der Erinnerungen verstorben
Am 22. November 2025 ist die Künstlerin Nuria Quevedo Teixidó im Alter von 87 Jahren in Berlin verstorben. Das Bezirksamt Treptow-Köpenick nahm mit Trauer Kenntnis von ihrem Tod. Quevedo, geboren 1938 in Barcelona, war eine renommierte Malerin, Zeichnerin und Grafik-Künstlerin. Ihre Werke thematisierten zentrale Anliegen wie Exil, Emigration und Gefühle von Entwurzelung und Verlorenheit, welche stark mit ihrer eigenen Lebensgeschichte verwoben waren.
Nuria Quevedo wuchs in einer künstlerischen Familie auf, bevor sie 1952, nach dem Exil ihres Vaters, mit ihrer Mutter und Schwester nach Ost-Berlin emigrierte. Hier studierte sie an der Hochschule für Bildende und Angewandte Kunst Berlin-Weißensee und war später Meisterschülerin von Werner Klemke an der Akademie der Künste der DDR. Obwohl sie 1991 aus der Akademie austrat, blieb sie der Kunst bis zu ihrem Lebensende verbunden und lebte auch zeitweise in Sant Feliu de Guíxols in Katalonien, Spanien.
Künstlerisches Wirken und Einfluss
Quevedos künstlerische Praxis war geprägt von persönlichen Erinnerungen und einer einzigartigen Bildsprache, die Themen wie Identität, Perspektive, Heimat und Fremde erkundete. Wiederkehrend in ihrem Werk war die Figur des Don Quijote, die symbolisch für ihren Umgang mit den Herausforderungen des Lebens steht. Sie illustrierte zahlreiche Bücher und schuf verschiedene Grafikmappen, die in nationalen und internationalen Ausstellungen Anerkennung fanden.
Für ihre herausragenden Leistungen erhielt Quevedo zahlreiche Auszeichnungen. Dazu zählen der Kunstpreis zu Ehren von Karl Schmidt-Rottluff in Chemnitz im Jahr 2023, die Hans-Meid-Medaille für Illustration im Jahr 2005 sowie der Nationalpreis der DDR II. Klasse, den sie 1989 errang. Das Bezirksamt Treptow-Köpenick hebt hervor, dass ihr Wirken zur kulturellen Vielfalt und künstlerischen Dynamik des Bezirkes maßgeblich beitrug.
Ein Erbe des Lichts
Ihr Name, Núria, hat katalanische Wurzeln und ist abgeleitet von der Jungfrau von Núria, einem marianischen Heiligtum, das mit der Verehrung der Heiligen verbunden ist. In Katalonien ist der Name sehr beliebt, was die tiefe Verbindung Quevedos zu ihrer Heimat zeigt. Der Name, der „Licht“ bedeutet, spiegelt auch die Inspirationsquelle in ihrem künstlerischen Schaffen wider.
Der Tod von Nuria Quevedo Teixidó ist nicht nur ein Verlust für die Kunstszene, sondern auch für all jene, die sich für die Themen Exil und Identität interessierten. Ihr Lebenswerk wird weiterhin Resonanz in der Gesellschaft finden, die die Stimmen von Menschen mit ähnlichen Erfahrungen sucht und schätzt.