Das Tempelhofer Feld, ein beliebter Ort für Erholung und Freizeit in Berlin, steht vor einer grundlegenden Veränderung. Die Minigolfanlage „Nuture Art“ hat kürzlich die Kündigung ihrer Fläche erhalten, wie sowohl die Berliner Immobilienmanagement GmbH (BIM) als auch die Betreiber bestätigten. Der Grund für diese Entscheidung sind Bauarbeiten zur Errichtung zusätzlicher Geflüchtetenunterkünfte, die bereits für Juni 2026 geplant sind. Der Senat hat im September 2025 beschlossen, den Ausbau der Geflüchtetenunterkünfte auf dem Tempelhofer Feld voranzutreiben, und die Vermessungen für die Bauarbeiten haben bereits begonnen. Die Betreiber von Nuture Art zeigen sich überrascht über die schnelle Umsetzung der Kündigung, da ursprünglich ein Umzug erst für Ende Oktober 2026 vorgesehen war. Eine Ersatzfläche für die Minigolfanlage wurde bereits im Mai 2024 ausgesucht und akzeptiert, jedoch gibt es noch ungelöste Fragen zur Herrichtung des Untergrundes und zur Genehmigung.

Die Situation wird zusätzlich durch die geplanten Bauvorhaben auf dem Tempelhofer Feld kompliziert. Ingenieurbüros haben mit Vermessungen des Geländes neben der bestehenden Containersiedlung für Geflüchtete begonnen, während die Verwaltung Grün Berlin über diese Aktivitäten ahnungslos scheint. Die Feldkoordination, ein Gremium aus gewählten Bürger*innen, ist alarmiert über die Möglichkeit, dass dreistöckige Wohnblocks zur Unterbringung von bis zu 1.100 Menschen errichtet werden könnten. Kritiker, darunter Mareike Witt, eine Mitinitiatorin des Volksentscheids zur Nichtbebauung des Tempelhofer Felds, bezeichnen das Vorgehen des Senats als Vertrauensbruch. Laut Witt weckt die Absicht des Senats, das Bauverbot auf dem Feld zu untergraben, erhebliche Bedenken.

Geplante Bauprojekte und deren Auswirkungen

Der schwarz-rote Senat plant nicht nur eine Änderung des Tempelhofer-Feld-Gesetzes, um eine befristete Bebauung bis Ende 2028 zu ermöglichen, sondern hat auch eine Novelle verabschiedet, die eine Bebauung bis 2038 und darüber hinaus erlaubt. Dies steht im Widerspruch zur ursprünglichen Gesetzesänderung von 2016, die eine dreijährige Existenz der Containersiedlung vorsah, welche bis heute besteht. Mitglieder der Feldkoordination kritisieren die mangelnde Information und Einbeziehung in die Entscheidungsprozesse und befürchten einen „gefährlichen Präzedenzfall“ für zukünftige Bauvorhaben.

Das Ingenieurbüro, das mit den Vermessungsarbeiten beauftragt wurde, hat bereits begonnen, das Gelände neben der bestehenden Containersiedlung zu vermessen. Die geplante Wohncontaineranlage für Geflüchtete wird voraussichtlich im zweiten Halbjahr 2028 in Betrieb genommen und soll 1.000 bis 1.100 Plätze bieten. Gleichzeitig bleibt die Absicht des Senats bestehen, Sport- und Freizeitanlagen zu erhalten, wobei Minigolfplatz und Grillwiese auf andere Teilflächen verlegt werden sollen. Christoph Ernst, Mitbegründer von Nuture Art, äußerte jedoch Besorgnis über die unklaren Finanzierungsfragen und die schwierigen Verhandlungen für den Umzug der Kunstwerke.

Ausblick und Perspektiven

Die Verhandlungen über den Umzug der Minigolfanlage und die Ersatzfläche sind im Gange. Am Montag fanden entsprechende Gespräche statt, und Nuture Art plant, Mitte März 2026 mit dem Umzug zu beginnen, um alles rechtzeitig vorzubereiten. Die Betreiber hoffen auf eine praktikable Lösung, um die Herausforderungen, die sich aus der Kündigung ergeben, zu bewältigen.

Die Entwicklungen am Tempelhofer Feld werfen grundlegende Fragen zur Nutzung urbaner Freiflächen auf und verdeutlichen die Spannungen zwischen den Bedürfnissen der Anwohner, der Geflüchteten und den politischen Entscheidungsträgern. Die Situation bleibt dynamisch und wird sicherlich weiterhin für Diskussionen und Debatten sorgen.

Für weitere Informationen zu dieser Thematik können Sie die originalen Berichte bei t-online und taz nachlesen, sowie die offizielle Pressemitteilung des Senats auf berlin.de verfolgen.