Das Tempelhofer Feld, ein beliebter Freizeitort in Berlin, steht vor bedeutenden Veränderungen. Die beliebte „Nuture Art Minigolfanlage“, die seit geraumer Zeit Besucherinnen und Besucher anzieht, wird geschlossen. Grund für diese Schließung ist der geplante Ausbau einer Flüchtlingsunterkunft, der vom Senat im September 2025 beschlossen wurde. Dieser Schritt soll dazu beitragen, den akuten Mangel an regulären Wohnplätzen für Geflüchtete in der Stadt zu beheben.

Die Bauarbeiten für die neue Wohnanlage sollen bereits im Juni 2026 beginnen, und die Minigolfanlage wird dazu gezwungen, ihren Standort zu wechseln. Ein neuer Platz für die Anlage steht jedoch noch nicht fest und könnte möglicherweise außerhalb des Tempelhofer Feldes liegen. Christoph Ernst, Mitbegründer und Projektleiter von Nuture Art, äußert seine Besorgnis über den frühen Umzug, der einen Verlust von etwa zwölf Wochen der Saison zur Folge hat. Auch die benachbarte Grillwiese wird verschwinden, ohne dass ein Ersatz vorgesehen ist. Julian Schwarze vom Grünen-Bezirksverband Tempelhof-Schöneberg stellt die langfristigen Ziele des Senats in Frage und befürchtet, dass die Veränderungen nicht nur temporär sind.

Baupläne und Proteste

Die Kündigung der Fläche für die Minigolfanlage kam für die Betreiber überraschend, da ursprünglich ein Umzug für Ende Oktober 2026 geplant war. Allerdings hat die Stadt bereits im Mai 2024 eine Ersatzfläche ausgesucht, doch es bleiben Fragen zur Herrichtung des Untergrundes und zur Genehmigung der neuen Fläche offen. Ingenieurbüros haben bereits mit Vermessungsarbeiten neben der bestehenden Containersiedlung begonnen, während die Verwaltung Grün Berlin über diese Aktivitäten anscheinend ahnungslos ist. Die Feldkoordination, ein Gremium aus gewählten Bürgerinnen und Bürgern, ist alarmiert über die möglichen dreistöckigen Wohnblocks, die Platz für bis zu 1.100 Menschen bieten sollen. Kritiker, wie Mareike Witt, werfen dem Senat einen Vertrauensbruch vor, da die Änderungen im Tempelhofer-Feld-Gesetz eine befristete Bebauung bis Ende 2028 ermöglichen und sogar eine Novelle bis 2038 in Aussicht stellen.

Das Ingenieurbüro hat sich bereits an die Vermessungsarbeiten gemacht, und die geplante Wohncontaineranlage soll in der Holzbauweise errichtet werden. Der Betriebsstart ist für das zweite Halbjahr 2028 angedacht. Dabei betont der Senat, dass Sport- und Freizeitanlagen erhalten bleiben. Der Minigolfplatz und die Grillwiese werden jedoch auf andere Teilflächen verlegt, sodass das Freizeitangebot insgesamt bestehen bleibt.

Gesellschaftliche Spannungen und Ausblick

Die Entwicklungen am Tempelhofer Feld werfen Fragen zur Nutzung urbaner Freiflächen auf und verdeutlichen die Spannungen zwischen Anwohnern, Geflüchteten und politischen Entscheidungsträgern. Die Notwendigkeit zur Schaffung zusätzlicher Unterkünfte wird von vielen als dringend erachtet, da derzeit viele Menschen in Notunterkünften leben. Der Senat hat in seiner Sitzung am 24. Juni 2025 die Planung und Umsetzung einer Wohncontaineranlage für Geflüchtete beschlossen, um die Notunterbringung zu vermeiden und bestehende Notunterkünfte abzubauen.

Die Situation am Tempelhofer Feld ist ein Spiegelbild der Herausforderungen, vor denen viele Städte in Deutschland stehen. Während die Notwendigkeit zur Schaffung von Wohnraum für Geflüchtete unbestritten ist, müssen auch die Belange der Freizeitgestaltung und der Bürgerinnen und Bürger in der Planung berücksichtigt werden. Der Verlust der Minigolfanlage und der Grillwiese wird sicherlich Diskussionen über die zukünftige Nutzung und Gestaltung urbaner Räume anstoßen. Mehr Informationen zu den aktuellen Entwicklungen sind zudem in der Pressemitteilung des Senats zu finden.