Im September 2023 kam es zu einem verheerenden Brand im Technikkeller des Kombibades Mariendorf in Tempelhof-Schöneberg, was zur Schließung des Bades führte. Diese Schließung hat weitreichende Folgen für den Vereins- und Schulsport sowie für die Naherholungsmöglichkeiten der Anwohner. Der Senat hat jedoch bereits einen Plan zur Sanierung des Bades in die Wege geleitet, dessen Fertigstellung bis Ende 2029 angestrebt wird. Die zentralen Prüfungen stehen jedoch noch aus, da das Bad stark sanierungsbedürftig ist und ein umfassendes Sanierungskonzept vorliegt. Die Gesamtkosten für die Sanierung werden auf rund 43,8 Millionen Euro geschätzt, und die Finanzierung erfolgt durch Mittel des Landes Berlin sowie durch verschiedene Bundesförderprogramme. Bestätigte Mittel umfassen etwa 32 Millionen Euro aus dem Sondervermögen Infrastruktur der Wachsenden Stadt (SIWA), während 5,6 Millionen Euro aus dem Berliner Programm für Nachhaltige Entwicklung (BENE 2) beantragt, aber noch nicht zugesagt sind. Zudem sind etwa 6 Millionen Euro aus dem Bundesprogramm zur Sanierung kommunaler Einrichtungen vorgesehen, abhängig von der Prüfung durch die Bundesbehörde.
Die Schließung des Kombibades hat dazu geführt, dass Schulen und Vereine alternative Bäder nutzen müssen, was die Wasserflächen im Süden Berlins, die ohnehin als unterdurchschnittlich gelten, weiter belastet. Umso wichtiger ist es, dass die Sanierung nicht nur die baulichen Gegebenheiten verbessert, sondern auch energetische Vorgaben und Barrierefreiheit berücksichtigt. Ein Energieeffizienz-Experte wird die Planung begleiten, um Einsparpotenziale zu identifizieren und umzusetzen.
Planung und Herausforderungen der Sanierung
Ursprünglich war die Sanierung des Kombibades Mariendorf für 2024/2025 geplant, doch aufgrund des Brandschadens wurde der Zeitplan vorgezogen. Die Bauarbeiten sollen ab September 2024 beginnen und sind auf mindestens drei Jahre angesetzt. Im März 2025 wird die Entscheidung zur Ausschreibung der Sanierung durch die Berliner Bäderbetriebe (BBB) getroffen. Politische Debatten über die Finanzierung sind nicht neu, denn mehrere Projekte mussten in der Vergangenheit aufgrund von Budgetmangel zurückgestellt werden. Eine politische Unterstützung, insbesondere durch Jan-Marco Luczak, ist entscheidend für die Sicherstellung der Bundesmittel.
Die geplanten Maßnahmen umfassen unter anderem die Erneuerung der Gebäudehülle zur Verbesserung der Energieeffizienz sowie die Renovierung der technischen Anlagen. Auch die Umkleiden und Sanitärbereiche sollen barrierefrei und nutzerfreundlich umgestaltet werden. Zudem ist ein Ausbau der Außenbecken mit Edelstahl für bessere Hygiene und Langlebigkeit geplant. Ein gemeinsamer Eingang für Hallen- und Sommerbad sowie ein neues Planschbecken und ein Indoor-Wasser-Spray-Park sollen geschaffen werden, um die Attraktivität des Bades zu erhöhen.
Finanzierung und Ausblick
Die Finanzierung der Sanierung wird durch drei Programme von Bund und Land Berlin gesichert, wobei die Mittel bis 2027 genutzt werden müssen. Der Bund hat zudem erstmals Fördermittel im Rahmen des neuen Bundesprogramms „Sanierung kommunaler Sportstätten“ bereitgestellt. Im Wirtschaftsplan des Sondervermögens Infrastruktur und Klimaneutralität sind für den aktuellen Projektaufruf 333 Millionen Euro veranschlagt. Dieses Programm zielt darauf ab, Städte und Gemeinden bei der Sanierung und Modernisierung von Sportstätten zu unterstützen, wobei der Fokus auf energetischer Sanierung liegt.
Nach der Sanierung wird das Kombibad Mariendorf für Vereins- und Breitensport sowie für Familien wieder attraktiv sein. Die Rückkehr in den regulären Betrieb wird nicht nur die bauliche Qualität des Bades verbessern, sondern auch dessen Nutzerfreundlichkeit und Attraktivität erhöhen. Letztlich soll die Sanierung ein Beispiel für Investitionen in die städtische Infrastruktur und die sozialen Funktionen von Schwimmbädern sein.
Für die Anwohner des südlichen Berlins ist die Wiedereröffnung des Kombibades von großer Bedeutung, da sie nicht nur auf eine Verbesserung der sportlichen Angebote hoffen dürfen, sondern auch auf einen Ort der Begegnung und des gemeinsamen Erlebens, der durch die umfassenden Sanierungsmaßnahmen in neuem Glanz erstrahlen wird.