In Tempelhof-Schöneberg wird ein ehrgeiziges Bauprojekt realisiert: Die Berliner Stadtreinigung (BSR) plant eine neue Unternehmenszentrale am Bahnhof Südkreuz. Der erste Spatenstich für das Bauvorhaben wurde kürzlich gesetzt, und die Gesamtkosten belaufen sich auf beeindruckende 345 Millionen Euro. Die BSR hat sich das Areal mit der landeseigenen Immobiliengesellschaft Berlinovo geteilt, um die Entwicklung voranzutreiben. Geplant ist eine moderne Architektur auf einem 12.000 Quadratmeter großen Grundstück an der Wilhelm-Kabus-Straße Ecke Ella-Barowsky-Straße, die aus sieben und 17 Stockwerken bestehen wird.

Die Gebäude werden in Holz-Hybrid-Bauweise errichtet und nutzen Recycling-Materialien, um den ökologischen Fußabdruck zu minimieren. Zu den energetischen Ausstattungsmerkmalen zählen Photovoltaikanlagen auf den Dächern sowie die Nutzung von Erdwärme. Der Entwurf stammt von den Wiener Architekturbüros Franz&Sue und Schenker Salvi Weber, die in einem Wettbewerb im Jahr 2021 ausgewählt wurden. Dabei begannen die ersten Planungsüberlegungen bereits 2016, was zu einer umfassenden fünfjährigen Planung führte.

Projektumfang und Finanzierung

Die BSR investiert 142 Millionen Euro in die neue Zentrale, während Berlinovo die Baukosten mit 203 Millionen Euro veranschlagt. In der neuen Zentrale sollen rund 1.100 Mitarbeiter der BSR zusammengeführt werden, die derzeit an verschiedenen Standorten arbeiten. Der alte Standort an der Ringbahnstraße gilt als technisch veraltet und sanierungsbedürftig, was den Umzug umso dringlicher macht. Die Gesamtkosten für das Projekt, einschließlich der Büroausstattung und des Umzugs, belaufen sich auf 190 Millionen Euro.

Das Projekt wird als „S!nn Campus“ vermarktet, was für Städtische Innovation, Infrastruktur und Vernetzung steht. Hier liegt der Fokus auf Ideen, Wissenstransfer und kollaborativer Arbeit. Zudem wird ein öffentlich zugängliches Foyer in der neuen BSR-Zentrale integriert. Berlinovo plant, 23.700 Quadratmeter Büro- und Innovationsflächen sowie 1.200 Quadratmeter Gastro- und Gewerbefläche im 17 Meter hohen Turm bereitzustellen. Rund 1.800 Arbeitsplätze können im 65 Meter hohen Gebäude entstehen, und erste Mietinteressenten haben sich bereits gemeldet.

Ökologische Aspekte und Herausforderungen

Das Bauvorhaben wird mit einem klaren Fokus auf klimaschonende Energieversorgung angegangen. Geothermie, Solarstrom und Wärmepumpen sind vorgesehen, um den Energieverbrauch nachhaltig zu gestalten. Die Integration von Holzelementen in die Gebäudesubstanz soll zudem zur Reduzierung von Beton beitragen. Trotz dieser positiven Entwicklungen gibt es innerhalb der BSR Belegschaft kritische Stimmen zur Notwendigkeit des Neubaus, da auch an anderen Standorten Sanierungsbedarf besteht. Der Zustand vieler BSR-Gebäude wird als zwischen „geht gerade noch so“ und „katastrophal“ beschrieben.

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Die Finanzierung der Bauten erfolgt ohne Steuermittel, und Gespräche mit Banken laufen bereits. Der Kaufpreis für das Teilgrundstück an Berlinovo muss nicht ans Land abgeführt werden, was gebührenmindernd eingesetzt werden kann. Der Umzug von Berlinovo ist allerdings noch nicht sicher und hängt von der Mietnachfrage ab, da derzeit rund 500 Mitarbeiter am Potsdamer Platz beschäftigt sind.

Insgesamt zeigt das Projekt der neuen BSR-Zentrale am Südkreuz, dass Berlin auf dem Weg ist, moderne, nachhaltige Arbeitsumgebungen zu schaffen, die nicht nur den Bedürfnissen der Unternehmen gerecht werden, sondern auch einen Beitrag zur ökologischen Nachhaltigkeit leisten. Die Fertigstellung des Projekts ist bis 2029 geplant, und die ersten Planungen sind bereits im Gange. Weitere Informationen finden Sie in dem Artikel der Berliner Morgenpost und dem Tagesspiegel.