Am 26. Februar 2026 wird eine besondere Lesung über das Leben der bemerkenswerten Josephine Baker stattfinden. Baker war nicht nur eine herausragende Tänzerin und Sängerin des 20. Jahrhunderts, sondern auch eine Revolutionärin und Freiheitskämpferin, die sich zeitlebens für Gleichberechtigung und Freiheit einsetzte. In Tempelhof-Schöneberg wird Dennenesch Zoudé aus Bakers Leben und ihrem künstlerischen Schaffenszeitraum lesen. Diese Lesung bietet nicht nur Einblicke in Bakers Erfolge auf der Bühne, sondern beleuchtet auch ihre humanitären Bemühungen. Musikalisch wird die Veranstaltung von dem Pianisten und Theatermacher Dietmar Loeffler begleitet. Weitere Informationen zu dieser und anderen Veranstaltungen sind auf der Webseite der Reihe Frauenmärz 2026 verfügbar (https://www.berlin.de/ba-tempelhof-schoeneberg/aktuelles/pressemitteilungen/2026/pressemitteilung.1647199.php).

Josephine Baker wurde als uneheliche Tochter von Carrie McDonald und Eddie Carson in St. Louis, Missouri, geboren und wuchs unter ärmlichen Verhältnissen auf. Ihre Kindheit war geprägt von einem Pogrom in East St. Louis, das sie stark beeinflusste. Baker begann ihre Karriere im Alter von 16 Jahren am Standard Theatre in Philadelphia und erlangte rasch durch ihre Auftritte in New York und Europa große Bekanntheit. Besonders hervorgehoben werden muss ihr Auftritt am 2. Oktober 1925 in der Pariser Revue Nègre, wo sie das Publikum mit ihrem Charleston begeisterte und damit den Grundstein für ihre internationale Karriere legte. 1926 trat sie erstmals in Deutschland auf und sorgte für Aufsehen mit ihren Nackttänzen und dem ikonischen Bananenröckchen (https://de.wikipedia.org/wiki/Josephine_Baker).

Bakers Rolle im Widerstand und ihr Engagement für die Menschenrechte

Während des Zweiten Weltkriegs spielte Baker eine entscheidende Rolle im Widerstand und arbeitete aktiv für die Résistance. Sie schmuggelte Spionagegeheimnisse ins Ausland und trat als Truppenunterhalterin auf, wobei sie zugleich die Aufhebung der Rassentrennung forderte. Ihre Überzeugung, dass es nur eine Rasse gibt – die menschliche Rasse – prägte ihr Engagement für soziale Gerechtigkeit. Nach dem Krieg setzte sie sich in den USA für die Gleichberechtigung der Schwarzen ein und sprach 1963 beim „Walk on Washington“ (https://mannschaft.com/a/josephine-baker-lgbtiq-ikone-und-buergerrechtlerin).

Baker war nicht nur eine talentierte Künstlerin, sondern auch eine bemerkenswerte Persönlichkeit, die in vielerlei Hinsicht Pionierarbeit leistete. Sie adoptierte zwölf Kinder aus verschiedenen Kulturen als Zeichen für ein friedliches Miteinander. Für ihr Engagement erhielt sie zahlreiche Auszeichnungen, darunter die Croix de Guerre und die Aufnahme in die Ehrenlegion. 2021 wurde sie als erste schwarze Frau in das Pariser Panthéon aufgenommen, was ihren außergewöhnlichen Beitrag zur Gesellschaft würdigt.

Die aktuelle Ausstellung „Josephine Baker: Freiheit – Gleichheit – Menschlichkeit“ in der Bundeskunsthalle in Bonn, die bis zum 24. September gezeigt wird, bietet einen umfassenden Einblick in ihr Leben und Werk. Historische Fotos, Dokumente, künstlerische Werke und Filmausschnitte veranschaulichen Bakers außergewöhnliche Karriere und ihren unermüdlichen Einsatz für Menschenrechte und Gleichheit.