Am Dienstag, dem 24. Februar 2026, kam es im Berliner Bezirksamt Tempelhof-Schöneberg zu einem schwerwiegenden IT-Ausfall. Der Vorfall führte zu großflächigen Störungen im Internet-, Intranet- und E-Mail-Verkehr, wodurch alle Verwaltungsbereiche betroffen waren, die auf internetbasierte Anwendungen angewiesen sind. Die Datenübertragung wurde entweder unterbrochen oder stark verlangsamt, was zur Absage zahlreicher Bürgeramtstermine führte, da die entsprechenden Dienstleistungen nicht angeboten werden konnten. Die Ursache für diesen Ausfall wurde als ein Problem mit einer zentralen Komponente beim IT-Dienstleistungszentrum Berlin (ITDZ) identifiziert, das sich derzeit um die Behebung der Störung bemüht. Leider bleibt unklar, wann genau die Probleme behoben sein werden und ob auch andere Bezirke von den Störungen betroffen sind. Interessanterweise war das ITDZ zunächst nicht erreichbar, was die Situation zusätzlich erschwerte. Weitere Informationen zu diesem Vorfall finden sich in einem Artikel des Tagesspiegels.

Diese Störungen sind nicht die ersten ihrer Art. Bereits zwischen dem 27. Dezember 2023 und dem 8. Januar 2024 wurden insgesamt 11.328 Termine bei Bürgerämtern sowie bei der Führerscheinbehörde und den Pass- und Ausweisstellen abgesagt oder umgebucht. Damals musste eine Datenbank des ITDZ, die das Fachverfahren VOIS verwendet, abgeschaltet werden, nachdem ein fehlerhaftes Update Probleme verursacht hatte. Trotz eines Patches traten bereits im November 2023 wiederholt Fehler auf, was die Verlässlichkeit der IT-Infrastruktur in Frage stellte. Das Cyber Defence-Center schloss unautorisierte Zugriffe auf die Datenbank zwar aus, dennoch blieben die Bürgerämter durchgehend geöffnet, konnten jedoch nicht alle Dienstleistungen wie gewohnt anbieten. In Notfällen wurden Bürger an Umlandgemeinden verwiesen. Die statistischen Rückmeldungen zu umgebuchten und abgesagten Terminen zeigen die erhebliche Belastung, die diese Störungen mit sich brachten. Die Zahlen reichen von 222 in Spandau bis zu 1.510 in Lichtenberg, was einen flächendeckenden Einfluss auf die Bürgerdienstleistungen offenbart. Weitere Details zu diesen Vorfällen sind in einem Bericht von Stefan Ziller zu finden.

Die Bedeutung von IT-Sicherheit in Kommunen

Die jüngsten Vorfälle verdeutlichen die Herausforderungen, mit denen Kommunen in der digitalen Ära konfrontiert sind. Cyberangriffe und IT-Störungen stellen eine ernsthafte Bedrohung für die Handlungsfähigkeit von Verwaltungen dar. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) hat daher einen Wegweiser mit dem Titel „Kommunale IT-Krisen: Handlungsfähigkeit sichern“ veröffentlicht. Dieser soll Kommunen dabei helfen, Cyberangriffe zu bewältigen und ihre IT-Infrastrukturen zu sichern. Eine funktionierende Notfall- und Krisenorganisation ist notwendig, um außergewöhnliche Situationen schnell zu bewältigen und negative Folgen zu minimieren.

Der Wegweiser hebt die Bedeutung einer engen Zusammenarbeit zwischen den kommunalen Verwaltungsebenen und dem IT-Betrieb hervor. Um wirksam auf Cybergefahren reagieren zu können, sind geschulte Mitarbeiter und vorgedachte interne Strukturen unerlässlich. In diesem Kontext wird auch ein fiktives Szenario eines Ransomware-Angriffs verwendet, um die Prozesse besser zu verstehen und die Vorbereitungen auf echte Krisen zu optimieren. Die Veröffentlichung der Handreichung erfolgt in den kommenden Wochen auch in Printform über die Webseite des BSI, was die Wichtigkeit der Thematik unterstreicht. Weitere Informationen dazu finden Sie in der entsprechenden Handreichung des BSI.

Diese Entwicklungen zeigen, wie wichtig es ist, in der digitalen Welt vorbereitet zu sein. Die Vorfälle im Bezirksamt Tempelhof-Schöneberg sind ein eindringliches Beispiel dafür, dass IT-Sicherheit und Krisenmanagement Teil der kommunalen Verwaltung sein müssen, um die kontinuierliche Erbringung von Dienstleistungen für die Bürger zu gewährleisten.