Heute ist der 18.02.2026, und vor dem Rathaus Schöneberg weht seit heute eine Flagge, die anlässlich des Ramadans gehisst wurde. Diese Symbolik hat besondere Bedeutung für den Bezirk Tempelhof-Schöneberg, wie Bezirksbürgermeister Jörn Oltmann betont. Die Flagge steht für Zusammenhalt, Vielfalt und Solidarität und ist ein Zeichen dafür, dass Menschen unterschiedlicher Herkunft, Kultur und Religion in diesem Bezirk friedlich zusammenleben. Oltmann hebt hervor, dass es eine Verantwortung ist, Vielfalt aktiv zu fördern und die Wichtigkeit von Zusammenhalt und gegenseitigem Respekt gerade in Zeiten von Konflikten und Spaltung zu betonen.
Ramadan, der Fastenmonat im Islam, dauert in diesem Jahr vom 18. Februar bis 19. März 2026. Diese Zeit ist nicht nur geprägt von Verzicht, sondern auch von innerer Einkehr und der Reinigung von Herz und Seele. Während des Ramadans engagieren sich Muslim_innen ehrenamtlich und denken an Menschen in Not. Das Fasten findet von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang statt und ist eine Zeit, in der Muslime weltweit zusammenkommen, um zu fasten, nachzusinnen und Gemeinschaft zu erleben.
Ramadan als Zeit der Reflexion
Kemal Ergün, der Vorsitzende der Islamischen Gemeinschaft Millî Görüş (IGMG), beschreibt den Ramadan als eine Zeit der Hoffnung, Solidarität und Verantwortung. Er betont, dass das Fasten nicht nur Disziplin, sondern auch Demut lehrt. Wohlstand sei keine Selbstverständlichkeit, und das Teilen mit anderen bleibe eine Pflicht. Dies wird umso wichtiger angesichts der Krisen in Sudan, Gaza und der Ukraine, die uns daran erinnern, dass Frieden nicht selbstverständlich ist. Die Not von Armut, Obdachlosigkeit und Einsamkeit wird in dieser Zeit besonders spürbar, und Ramadan fordert dazu auf, aktiv Verantwortung zu übernehmen und Gerechtigkeit nicht nur zu besprechen.
Ergün hebt hervor, dass jede Geste der Barmherzigkeit den gesellschaftlichen Zusammenhalt stärkt. Der Koran lehrt, dass gesellschaftliche Veränderung mit innerer Veränderung beginnt. In diesem Sinne wird der Ramadan als Brücke zwischen Herausforderungen und Veränderung beschrieben. Er soll dazu anregen, für eine gerechtere Welt einzutreten und an eine bessere Zukunft zu glauben.
Ein Aufruf zur Gemeinschaft
In Tempelhof-Schöneberg ist die Flaggenhissung ein eindrückliches Zeichen für die Gemeinschaft und den interkulturellen Dialog. Sie erinnert alle Bürger:innen daran, dass in Zeiten der Unsicherheit und des Wandels der Zusammenhalt und die gegenseitige Unterstützung unerlässlich sind. Der Ramadan bietet nicht nur eine Gelegenheit zur Besinnung, sondern auch zur aktiven Teilnahme am sozialen Leben und zur Förderung von Solidarität innerhalb der Gemeinschaft.
Insgesamt zeigt der Ramadan, wie wichtig es ist, sich für andere einzusetzen und ein Bewusstsein für die Herausforderungen zu entwickeln, mit denen viele Menschen konfrontiert sind. Die Botschaft von Zusammenhalt und Verantwortung ist nicht nur während des Ramadans von Bedeutung, sondern kann das ganze Jahr über in unserem täglichen Leben gelebt werden. Weitere Informationen zur Flaggenhissung in Tempelhof-Schöneberg finden Sie hier. Und mehr über die Bedeutung des Ramadans können Sie in den Ausführungen von Kemal Ergün lesen.