Im Herzen des Nollendorfkiezes in Berlin wird ein Kapitel geschlossen. Die umstrittene Notunterkunft für Rumänen und Bulgaren im „BB Hotel“ in der Fuggerstraße wird nun endgültig geschlossen. Diese Entscheidung wurde durch eine Senatsantwort auf eine Anfrage der CDU-Landtagsabgeordneten Katharina Senge bekannt gegeben. Das Hotel war seit 2015 als Notunterkunft für Wohnungslose im Einsatz, doch die letzten Jahre waren geprägt von Konflikten und Kritik, insbesondere seit 2020, als vermehrt Großfamilien aus Rumänien und Bulgarien untergebracht wurden.
Anwohner berichten von Lärm, Vermüllung und Konflikten, die sogar homosexuellenfeindliche Vorfälle beinhalteten. Die Berliner Lesben- und Schwulenunion (LSU) begrüßte die Schließung und forderte ein Ende der schwierigen Situation im Regenbogenkiez. Zwischen März 2025 und März 2026 kam es zu 97 Polizeieinsätzen am Hotel, unter anderem wegen Ruhestörungen und Körperverletzungen. Ein Vorfall im Juli 2025, bei dem ein Anwohner mit einem Pflasterstein beworfen wurde, sorgte für besondere Aufmerksamkeit.
Der Weg zur Schließung
Die Bezirksregierung in Tempelhof-Schöneberg hat die Belegung des Hotels nach dem Allgemeinen Sicherheits- und Ordnungsgesetz (ASOG) widerrufen. Zum Zeitpunkt der Entscheidung waren noch vier Personen im Hotel gemeldet, deren Auszug wird nun organisiert. Ein Blick auf die Hintergründe zeigt, dass das „BB Hotel“ häufig in den Medien erwähnt wurde, nicht zuletzt wegen der wiederholten Polizeieinsätze und Anwohnerbeschwerden. Der Vize-Bürgermeister Matthias Steuckardt (CDU) nannte Verdacht auf Ungezieferbefall als einen der Gründe für den Leerzug, was das Bezirksamt jedoch nicht offiziell bestätigt hat.
Die soziale Wohnhilfe Tempelhof-Schöneberg hatte bereits am 18. September alle Bezirke Berlins aufgefordert, die Unterkunft freizuziehen, und alle Bezirke sind dieser Aufforderung nachgekommen. Die letzten Berichte besagen, dass aktuell noch 28 Selbstzahler im Hotel wohnen, die ihre Kosten selbst tragen. Das Hotel diente ursprünglich als Flüchtlingsunterkunft für Syrer und wurde seit 2020 auch für Roma aus Südosteuropa genutzt. Anwohner und Gastronomen klagten über Lärm, Müll, Aggression und unerlaubten Handel auf der Straße.
Statistiken zur Wohnungslosigkeit in Berlin
Die Schließung des „BB Hotels“ erfolgt in einem Kontext, der für die Wohnungsnot in Berlin steht. Laut einer Statistik vom 31. Januar 2024 gab es in Berlin insgesamt 55.656 wohnungslose Menschen. Davon waren 47.260 untergebracht, während 6.032 Menschen ohne Unterkunft lebten. Diese Zahlen verdeutlichen die Dringlichkeit von Lösungen im Bereich der Wohnungslosigkeit, vor allem in einer Stadt, die sich als kulturelles Zentrum präsentiert.
Die Erhebung der Statistik erfolgt jährlich und gibt Aufschluss über verschiedene Merkmale wie Geschlecht, Alter und Staatsangehörigkeit. Die Bezirksämter sind verantwortlich für die Unterbringung wohnungsloser Menschen, sofern keine Zuständigkeit beim Landesamt für Flüchtlingsangelegenheiten (LAF) besteht. Diese Entwicklungen werfen ein Licht auf die Herausforderungen der sozialen Wohnhilfe und die Notwendigkeit, angemessene Unterkünfte für alle zu schaffen.