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In Deutschland liegt die Zahl der jährlichen Suizide seit etwa 2008 konstant zwischen 9.000 und 10.000. Besonders betroffen sind Männer, die dreiviertel dieser Fälle ausmachen. Zudem zeigen Statistiken, dass die Suizidrate bei älteren und hochbetagten Menschen signifikant höher ist. Häufig gehen diesen Handlungen psychische Erkrankungen wie Depressionen, Psychosen oder Suchterkrankungen voraus. Dies hat das Ziel der Bundesregierung motiviert, eine Nationale Suizidpräventionsstrategie zu entwickeln, die 2024 vorgestellt werden soll, wie das Bundesministerium für Gesundheit berichtet.

Henryk Mainusch, Neurologe und Leiter eines Gesprächskreises für Hinterbliebene nach Suizid, hat aufgrund persönlicher Erfahrungen mit Suizid innerhalb seiner Familie eine tiefe Einsicht in die Problematik gewonnen. Er selbst verliert seine Frau vor zweieinhalb Jahren und war bereits zuvor durch die Suizide seiner Schwiegereltern und seiner eigenen Mutter betroffen. Laut rbb24 beschreibt er den Schock und die Zerstörung, die der Suizid seiner Frau in seinem Leben bewirkte.

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Risiko für Hinterbliebene

Hinterbliebene von Suizidopfern sind selbst einem erhöhten Risiko ausgesetzt, Suizidgedanken zu entwickeln. Mainusch betont die Wichtigkeit, dass im Umfeld dieser Personen ansprechbare Menschen vorhanden sind, um über Suizidgedanken offen zu sprechen. Unterstützungsangebote wie der Gesprächskreis bieten einen geschützten Rahmen, in dem Hinterbliebene ihre Gefühle ausdrücken können. Zudem sind niedrigschwellige Hilfsangebote, wie die Telefonseelsorge und BeSu Berlin, unerlässlich, um Angehörigen von Suizidgefährdeten zur Seite zu stehen.

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Um die Prävention weiter zu verbessern, wurde am 10. November 2022 vom Bundestags-Haushaltsausschuss eine Aufforderung an die Bundesregierung beschlossen, eine umfassende Strategie zur Suizidprävention zu erarbeiten und umzusetzen. Der Nationale Präventionsplan hat das Ziel, diese Strategie in Kooperation mit verschiedenen Institutionen und Organisationen, wie dem bundesweit agierenden Fachnetzwerk NaSPro, zu verwirklichen.

Gemeinsam gegen Suizid

Das NaSPro, gegründet in Zusammenarbeit mit dem Bundesministerium für Gesundheit und der WHO Europe, verfolgt das Credo „Vernetzen. Informieren. Aktivieren“. Es soll einen Austausch sowie die Wissensvermittlung zu Suizid, Suizidalität und Suizidprävention fördern und betrachtet Suizidalität als gesamtgesellschaftliches Problem. Um eine nachhaltige und erfolgreiche Präventionsarbeit zu gewährleisten, ist eine enge Zusammenarbeit vieler Akteure notwendig.

So bleibt abzuwarten, wie sich die vorgestellten Strategien auf die aktuelle Situation auswirken werden. In einer Gesellschaft, in der das Thema Suizid oft tabuisiert wird, sind direkte Gespräche über Suizidgedanken und die Bereitstellung von Hilfsangeboten von entscheidender Bedeutung. Denn letztlich kann der offene Austausch, wie ihn Henryk Mainusch in seinem Gesprächskreis fördert, einen bedeutenden Unterschied im Leben von Hinterbliebenen und Suizidgefährdeten machen.