Heute ist der 10.02.2026 und die Kälte des Januars 2026 hat viele Bundesländer in Deutschland stark getroffen. Besonders in Nord- und Ostdeutschland mussten die Menschen ihre Heizungen kräftig aufdrehen. Die Auswertung von Verbrauchsdaten aus fast zwei Millionen Wohnungen in Mehrfamilienhäusern zeigt, dass in Brandenburg der Heizverbrauch um beeindruckende 29,2% im Vergleich zum Vorjahr gestiegen ist. Auch Thüringen verzeichnete mit 34,5% einen signifikanten Anstieg. In Berlin erhöhte sich der Heizverbrauch um 18,1%, während in Nordrhein-Westfalen und im Saarland die Steigerung moderater ausfiel – hier stieg der Verbrauch lediglich um 2,2% bzw. 3,5%. In Hessen und Baden-Württemberg lag der Anstieg etwas über 4% (Welt).
Die Prognosen für die Heizkosten in Brandenburg sind alarmierend: Ein Anstieg um 26,5% im Vergleich zu Januar 2025 wird erwartet, während in Berlin mit einem Anstieg von 15,6% gerechnet wird. Positiv zu vermerken ist, dass der Anstieg der Heizkosten hinter dem Verbrauch zurückbleibt, was auf fallende Energiepreise zurückzuführen ist. Die Berechnung der Heizkosten basiert auf Durchschnittspreisen der jeweiligen Jahre, was bedeutet, dass die Preise für Endverbraucher nicht monatlich schwanken.
Heizverhalten in Schleswig-Holstein
Auch in Schleswig-Holstein zeigen die Zahlen einen Anstieg des Heizverbrauchs. Hier haben Verbraucher im Januar 2023 6,9% mehr Energie für die Heizung verbraucht als im Januar 2022. Diese Daten stammen ebenfalls vom Energiedienstleister Techem und basieren auf Informationen aus 81.375 Wohnungen in Mehrfamilienhäusern. Der Anstieg in Schleswig-Holstein liegt jedoch unter dem bundesweiten Durchschnitt von 12,6%. Für die Heizkosten wird eine Erhöhung von 4,7% prognostiziert, während bundesweit mit einer Kostenzunahme von 10,3% zu rechnen ist (SAT1 Regional).
Der geringere Anstieg der Kosten im Vergleich zum Verbrauch wird auch hier durch gesunkene Energiepreise erklärt. Techem und das Vergleichsportal Verivox warnen jedoch, dass Verbraucher im Gesamtjahr 2025 mit höheren Heizkosten rechnen müssen.
Energiewende im Wärmemarkt
Die steigenden Heizkosten und der hohe Energieverbrauch stehen im Kontext der Energiewende im Wärmemarkt, die für die deutsche Energiepolitik von zentraler Bedeutung ist. Es ist alarmierend, dass jede fünfte Tonne CO2 in Deutschland durch das Heizen von Gebäuden entsteht. Die BDEW-Studie „Wie heizt Deutschland?“ aus 2023 liefert detaillierte Einblicke in den deutschen Heizungsmarkt und zeigt strukturelle Veränderungen im Vergleich zur Erhebung von 2019 auf. Mit der Neuberechnung von Daten auf Basis des Zensus 2022, dessen Ergebnisse 2024 veröffentlicht werden, wird die Datenqualität deutlich gesteigert. Dies ermöglicht präzisere Aussagen zu den verwendeten Energieträgern, verbreiteten Heizungssystemen und den Umstellungsprozessen, die in den letzten Jahren im Heizungsmarkt stattgefunden haben (BDEW).
Insgesamt zeigen die aktuellen Entwicklungen, dass das Heizverhalten in Deutschland stark von den Wetterbedingungen und den Energiepreisen beeinflusst wird. Die kommenden Jahre werden entscheidend sein, um die Herausforderungen der Energiewende zu meistern und gleichzeitig die Heizkosten für die Verbraucher im Blick zu behalten.


