Heute ist der 17.04.2026. In der deutschen Hauptstadt Berlin tut sich einiges im Bereich der Hotellerie. Aktuell sind mindestens 116 neue Hotels mit über 8.100 Betten für die nächsten Monate und Jahre geplant. Diese Projekte befinden sich in unterschiedlichen Planungsstadien: Von Bauvoranfragen über Bauanträge bis hin zu bereits genehmigten Vorhaben. Besonders auffällig ist, dass über 4.800 der geplanten Betten in Friedrichshain-Kreuzberg entstehen sollen, darunter etwa 2.600 in einem geplanten Hostel der Kette A&O. Im Gegensatz dazu sind im Bezirk Spandau lediglich 75 Betten geplant. Interessanterweise bleiben die Zahlen unvollständig, da der Senat für viele Projekte keine Bettenzahl angegeben hat. Dies wird durch das Fehlen von Daten aus den Bezirken Pankow und Steglitz-Zehlendorf noch verstärkt.
Die Grünen im Abgeordnetenhaus haben bereits Kritik an der hohen Zahl geplanter Betten geübt, insbesondere angesichts der sinkenden Übernachtungszahlen. So verzeichnete die Tourismus-Gesellschaft Visit Berlin im Jahr 2022 insgesamt rund 29,4 Millionen Übernachtungen, was etwa 1,2 Millionen weniger als im Vorjahr entspricht. Auch die durchschnittliche Auslastung in den Hotels war im Jahr 2025 mit etwa 55% eher bescheiden. Gasthöfe kamen auf 34%, Pensionen auf 48% und Jugendherbergen auf 46%. Im vergangenen Jahr betrug die durchschnittliche Zimmerauslastung rund 74%, was die Herausforderungen der Branche unterstreicht.
Entwicklung der Beherbergungsbranche in Brandenburg
Ein Blick über die Berliner Stadtgrenzen hinaus zeigt, dass die Situation in Brandenburg durchaus erfreulicher ausfällt. Im Januar 2023 verzeichneten die Brandenburger Beherbergungsbetriebe 254.474 neu angekommene Gäste, was einem Anstieg von 3,1 % im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Insgesamt gab es 644.749 Übernachtungen, was einem Anstieg von 1,0 % bei den Übernachtungen entspricht. Von den Gästen kamen 229.545 aus Deutschland und verbrachten 590.919 Übernachtungen in den Beherbergungsstätten. Der Anteil der ausländischen Gäste betrug dabei 8,3 %. Besonders interessant ist, dass Ende Januar in Brandenburg 1.299 Beherbergungsstätten mit mindestens zehn Betten geöffnet waren, die zusammen 81.782 Betten anboten. Die durchschnittliche Auslastung der Gästebetten lag jedoch nur bei 25,6 %.
In der Landeshauptstadt Potsdam konnte man einen Anstieg der Gästezahl um 8,9 % beobachten, während die Übernachtungen um 5,0 % auf 1,5 Millionen stiegen. Ende Januar waren in Brandenburg insgesamt 1.327 Beherbergungsstätten mit mindestens zehn Betten geöffnet, die zusammen 84.380 Betten anboten. Die durchschnittliche Auslastung der Gästebetten von Januar bis Dezember betrug 39,8 %. Das Angebot umfasst auch 60 Urlaubscampingplätze für Aufenthalte in Brandenburg, was die Diversität der Beherbergungsmöglichkeiten unterstreicht.
Ausblick und Herausforderungen
Die Entwicklungen in Berlin und Brandenburg zeigen deutlich, wie facettenreich die Beherbergungsbranche ist. Während Berlin mit einem Überangebot an neuen Hotelbetten konfrontiert ist, verzeichnet Brandenburg ein moderates Wachstum, das möglicherweise aus einer stabileren Nachfrage resultiert. Kritische Stimmen wie die von Julian Schwarze von den Grünen fordern einen Entwicklungsplan für Hotels sowie eine stärkere Steuerung neuer Projekte, um kiezverträgliche Hotels zu gewährleisten. In Anbetracht der aktuellen Übernachtungszahlen und der durchschnittlichen Auslastungen bleibt abzuwarten, wie sich die Branche in den kommenden Monaten und Jahren entwickeln wird.
Für weitere Informationen zu den aktuellen Entwicklungen im Gastgewerbe in Berlin und Brandenburg können Sie die vollständigen Berichte auf stern.de und statistik-berlin-brandenburg.de nachlesen.