Am Mittwoch, dem 04. März 2026, dürfen sich Musikliebhaber auf einen besonderen Konzertabend in der Ingeborg-Drewitz-Bibliothek in Berlin-Steglitz freuen. Ab 18:30 Uhr wird das Trio amabile Werke der romantischen Salonmusik für zwei Querflöten und Klavier präsentieren. Der Eintritt zu diesem musikalischen Erlebnis ist frei, aber eine Anmeldung ist erforderlich unter event-bibliothek@ba-sz.berlin.de oder telefonisch unter 90299-2410. Die Musiker Stephan Unger und Stefan Klemm an den Flöten sowie Naoko Fukumoto am Klavier werden mit virtuosen Dialogen, lyrischen Melodien und einer fein abgestimmten Klavierbegleitung das Publikum verzaubern.
Das Programm umfasst Kompositionen namhafter Künstler wie Léo Delibes, Hector Berlioz, Ernesto Köhler, Wilhelm Popp und Franz Doppler. Die Werke spiegeln die Leichtigkeit, Ausdruckskraft und klangliche Farbigkeit der romantischen Salonmusik wider, die ihren Höhepunkt im 19. Jahrhundert erlebte. Salonmusik ist eine leicht fassliche, oft sentimentale Musik, die aus einer Tradition der Kammermusik des Adels entstanden ist und sich im privaten Rahmen großer bürgerlicher Gesellschaften entwickelte. Ursprünglich basierten die Salonorchester auf einem Klaviertrio und waren eine wichtige Plattform für Musikerinnen und Dirigentinnen.
Die Geschichte der Salonmusik
Salonmusik ist nicht nur eine musikalische Gattung, sondern auch ein kulturelles Phänomen, das seit Beginn des 19. Jahrhunderts an Bedeutung gewann. Im Salon, einem Treffpunkt für die wohlhabende Gesellschaft, wurden oft Bearbeitungen von Opern- und Operetten-Arien sowie Gesellschaftstänze aufgeführt. Diese Musikstücke erzählten Geschichten oder schufen besondere Atmosphären, was sie zu einem unverzichtbaren Teil des gesellschaftlichen Lebens machte. Franz Schubert, einer der bekanntesten Komponisten dieser Zeit, schrieb Musik für die biedermeierlichen Salons in Wien, die heute als Konzertmusik anerkannt ist.
Die Blütezeit der Salonmusik fiel in das 19. Jahrhundert, als die Zahl der Salonorchester zunahm. Diese Ensembles spielten in unterschiedlichen Besetzungen, die je nach Ort, Anlass und Budget variierten. Ab etwa 1900 veränderte sich das Repertoire und die Salonorchester wurden zunehmend kleiner und öffentlicher, oft in Cafés und Hotelhallen zu hören. Mit der Kommerzialisierung der Hausmusik Mitte des 19. Jahrhunderts geriet die Salonmusik jedoch in die Kritik und wurde von einigen als Kitsch abgetan.
Salonmusik im Wandel der Zeit
Die Entwicklung von Radio und Grammophon führte dazu, dass die Salonmusik zunehmend verschwand. Doch seit etwa 1980 erfährt die historische Salonmusik eine Renaissance, da verschiedene Ensembles sie wieder aufführen. Moderne Varianten der Salonmusik werden von Künstlern wie dem Palast Orchester, André Rieu und Richard Clayderman präsentiert. Die Salonorchester, die einst die einzige Formation waren, in der Musikerinnen populär wurden, erlebten eine wechselvolle Geschichte, die von den gesellschaftlichen Veränderungen des 20. Jahrhunderts geprägt war.
Insgesamt bleibt die Salonmusik ein faszinierendes Kapitel der Musikgeschichte, das nicht nur durch seine Klänge, sondern auch durch seine kulturelle Bedeutung besticht. Das Konzert in der Ingeborg-Drewitz-Bibliothek ist eine wunderbare Gelegenheit, in diese magische Welt einzutauchen. Weitere Informationen zur Veranstaltung finden Sie in der detaillierten Pressemitteilung.