Im Herzen von Steglitz-Zehlendorf entsteht ein faszinierendes Projekt, das Kinder aktiv in die Gestaltung ihrer Umgebung einbindet: die „Friedensinsel“. In diesem kreativen Vorhaben werden die Stimmen der Kinder gehört, und es wird ein Raum geschaffen, der nicht nur zum Spielen, sondern auch zum Wachsen und Finden von Frieden einlädt. Der Kinderrat, bestehend aus elf Mitgliedern im Alter von 8 bis 11 Jahren, spielt dabei eine zentrale Rolle. Unter den Mitgliedern ist auch die neunjährige Aurora, die erklärt, dass die „Friedensinsel“ mit ihrer Symbolik von Meer und Frieden die Wünsche und Bedürfnisse der Kinder widerspiegelt. Der Name „Kinderkathedrale“ wurde als schwierig empfunden, weshalb sich der Kinderrat einstimmig auf den einprägsameren Namen „Friedensinsel“ geeinigt hat (Tagesspiegel).
Das Projekt wird vom Berliner Kirchenkreis Steglitz ins Leben gerufen und richtet sich an Kinder zwischen 5 und 12 Jahren sowie deren Familien. Es findet von April bis Juli statt, während dessen der Kinderrat Programm, Raumgestaltung und inhaltliche Schwerpunkte entwickelt. Mit einem eigenen Budget ausgestattet, haben die Kinder die Möglichkeit, eigenständig Entscheidungen zu treffen und die Entwürfe zur Umgestaltung des Kirchenraums mitzubestimmen. Unterstützt werden sie dabei von Studierenden der Architektur und des Bühnenbildes der Technischen Universität Berlin, was eine spannende Verbindung zwischen Theorie und Praxis schafft (Patmos-Gemeinde).
Ein Ort der Gemeinschaft und Kreativität
Die „Friedensinsel“ wird nicht nur ein Raum für kreative Entfaltung, sondern auch ein Ort der Gemeinschaft. Geplante Veranstaltungen wie die Eröffnung, ein Tauffest und eine Abschlussveranstaltung sollen das Projekt gebührend feiern. Vormittags sind die Aktivitäten für Kitas und Schulen reserviert, wobei der Fokus auf Themen des Friedens liegt. Nachmittags und am Wochenende sind Aktionen, Aufführungen und kreative Familiengottesdienste vorgesehen, die die gesamte Familie einbeziehen sollen. Zudem wird eine Predigtreihe für Erwachsene zum Thema Frieden angeboten, was zeigt, dass der Dialog zwischen den Generationen gefördert werden soll.
Das Projekt ist als offenes Konzept angelegt, das bereits großes Interesse in umliegenden Schulen und Kindergärten geweckt hat. Fragebögen zum Thema Frieden wurden in Schulen verteilt, um die Meinungen und Ideen der Kinder zu sammeln. Der Kinderrat arbeitet derzeit an der Gästeliste, dem Ablauf und der Rede für die Eröffnung, was die Verantwortung und das Engagement der Kinder weiter stärkt. Die „Friedensinsel“ ist nicht nur ein einmaliges Projekt, sondern auch ein „Probelauf“ für eine stärkere Einbindung von Kindern in Entscheidungen innerhalb der Landeskirche.
Ein Blick in die Zukunft
Die „Friedensinsel“ ist ein hervorragendes Beispiel dafür, wie Kinder in die Gestaltung ihres Lebensumfeldes einbezogen werden können. Es zeigt sich, dass solche Projekte nicht nur den Kindern zugutekommen, sondern auch die Gemeinschaft stärken. Angesichts der aktuellen gesellschaftlichen Herausforderungen ist die Förderung von Frieden und Kommunikation zwischen den Generationen wichtiger denn je. Dieses Projekt könnte dazu beitragen, eine neue Generation von verantwortungsbewussten und kreativen Bürgern heranzuziehen, die aktiv an der Gestaltung ihrer Welt mitwirken wollen.